Zahnkosmetik oder Zahnmedizinische Prophylaxe?
Zahnkosmetikstudios, Bleaching-Shops, Smile-Shops u. ä. sind in letzter Zeit in Mode gekommen. Versprochen werden schöne Zähne und strahlendes Lächeln durch Bleichen der Zähne, kosmetische Zahnreinigung und dem Anbringen von Zahnschmuck. Das alles natürlich schmerzfrei und viel angenehmer als beim Zahnarzt.
Doch Vorsicht! Ein Zahn steht nicht im luftleeren Raum, sondern ist Teil eines Organsystems, nämlich der Mundhöhle. Und diese ist wiederum das Tor zu unserer "Innenwelt". Während das Aufkleben von Zahnschmuck, das Anlegen von käuflich erwerbbaren Aufhellungsstreifen, so genannten "White–Strips", und die Prothesenreinigung in automatischen Reinigungsgeräten im Normalfall keine besonderen medizinischen Kenntnisse voraussetzt, kann eine harmlos klingende Zahnreinigung nicht mehr unter "Kosmetik" eingeordnet werden. Ebenso wenig wie auch externes Bleichen mit laborgefertigten Schienen und höherprozentigen Bleichmitteln, die bis 30%iges Wasserstoffperoxyd enthalten. Solche Behandlungen fallen unter den Heilkundebegriff, die Bleichmittel werden dabei als Medizinprodukte und nicht als Kosmetika eingeordnet, und die Mitwirkung eines Zahnarztes ist dabei erforderlich. Sein diagnostisches Fachwissen ist notwendig, weil Ursachen von Verfärbungen sehr vielfältig sein können, zum Beispiel als Folge von Allgemeinerkrankungen oder speziellen zahnmedizinischen Erkrankungen auftreten. Auch bleibt das Bleichen von Zähnen nicht immer ohne Nebenwirkung.
Besonders eine gründliche Zahnreinigung bedarf der vorausgehenden zahnmedizinischen Befunderhebung, um Risiken durch Vorerkrankungen, z. B. Endokarditis, oder durch Medikamenteneinnahme, z. B. Blutverdünnungsmittel, richtig beherrschen zu können. Professionelle Zahnreinigung – und nur die führt langfristig zum Erfolg – bedeutet immer auch Kontakt zum Zahnfleisch, besonders wenn Zahnfleischtaschen vorhanden sind, und damit Kontakt zum Gesamtorganismus.
Bei der Professionellen Zahnreinigung wird zu "Zahnheilkundezwecken" an Hart- und Weichgeweben gearbeitet. Es geht um Verhütung oder rechtzeitige Behandlung von Karies und Zahnfleischerkrankungen. Dies alles gehört unter die Aufsicht von Profis und wird am besten von zahnmedizinischen Prophylaxeassistentinnen nach Delegation und Überwachung durch einen Zahnarzt durchgeführt. Dann sind am Ende alle zufrieden: die Zähne, das Zahnfleisch und der ganze Mensch.
Rückfragen, Recherchen oder Interviewwünsche zu dieser Presseinformation unter: Informationszentrum Zahngesundheit (IZZ)
Gundula Feuker
Tel.: 0351 - 806 62 75
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