Nach Zahnunfällen schnell in die Praxis
Mit der Freiluftsaison bewegen sich Kinder und Jugendliche wieder deutlich mehr im Freien, sind mit Fahrrädern und Skateboard und Inline-Skates unterwegs. Damit steigt auch die Gefahr der Zahnunfälle. Bis zu 15 Prozent aller Zahnunfälle ereignen sich schon bei normalen Mannschaftssportarten, rechnet man die jährlichen etwa 27.000 Fahrradunfälle bundesweit auf dem Weg von und zur Schule hinzu, ist die Wahrscheinlichkeit, bereits im Kindes- und Jugendalter ein Zahntrauma zu erleiden, in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.
Während im Freizeitsportbereich mit individuell angepasstem Mundschutz vom Zahnarzt erfolgreich Vor-sorge getroffen werden kann, denkt fürs alltägliche Fahrradfahren wohl niemand an eine solche Lösung.
Passiert es dennoch, dass ein Zahn beschädigt, gelockert wird oder gar abbricht, suchen Erwachsene in der Regel den Zahnarzt schnell auf. Allerdings fehlt diese Konsequenz oft, wenn Kindern mit Milchzähnen ein Unfall zustößt. Auch beschädigte Milchzähne gehören unbedingt in zahnärztliche Behandlung. Zu groß ist die Gefahr, dass weit mehr als nur der sichtbare Milchzahn geschädigt wurde, die Wunde nicht sauber verheilt. Verdrehte oder schiefe Zähne richten sich ohne zahnärztliche Behandlung nicht wieder von allein in die ursprüngliche Stellung auf und bereiten den Kindern in jedem Fall Beschwerden beim Sprechen und Essen. Es bleibt entgegen der landläufigen Meinung auch nicht ohne Folgen für den Durch-bruch der bleibenden Zähne, wenn eine unfallbedingte Zahnlücke im Milchgebiss über längere Zeit unver-sorgt bestehen bleibt.
Für alle Zahnunfälle gilt, so schnell wie möglich einen Zahnarzt aufsuchen und den Zahn oder das abge-brochene Zahnfragment mitnehmen. Dabei dürfen Zahn und Zahnteile nicht trocken aufbewahrt werden. Die Chance, einen ausgeschlagenen Zahn erfolgreich wieder einsetzen oder Zahnfragmente wieder mit dem Zahn fest verbinden zu können besteht nur dann, wenn der Zahn in einer neutralen Flüssigkeit – oder vorsichtig im Mund des Geschädigten – bis zum Zahnarzt „am Leben erhalten“ wird.
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Gundula Feuker
Informationszentrum Zahngesundheit
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