Ausstellung im Zahnärztehaus

Die Bilder sind vom 6. Juni bis zum 19. Oktober 2018 immer Montag und Dienstag sowie Donnerstag und Freitag  14-16 Uhr zu sehen.

Vor der Abfahrt Vor der Abfahrt. 2005. Öl auf Leinwand. 95 x 140 cm

Maasswerk – Malerei von Konrad Maass

Die Malerei von Konrad Maass ist durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet. Zum einen ist es die Bestimmtheit des Anschaulichen, zum anderen ist sein Werk bevorzugt der Schönheit des Seins zugewandt. Für diesen bildnerischen Ansatz hat er im Laufe dreier Jahrzehnte eine ihm eigene charakteristische Stilistik erarbeitet und weiterentwickelt. Die Auffassung und Haltung der klassischen Moderne liegt ihm dabei nahe. Akte, Figuren im Interieur, Bildnisse, Stillleben, Landschaften sind sein Feld. Hier entstehen seit geraumer Zeit bildhafte  Gestaltungen von großer Ausdruckskraft und Eindringlichkeit. Die Ausstellung im Zahnärztehaus zeigt eine Auswahl des malerischen Oevres.

Maass’ Begriff von Schönheit ist eng an bewusstes Erleben gebunden,  das zum Impuls und Ausgangspunkt für Bild-Gestaltung wird. Zur direkten Beobachtung tritt eine vertiefende Anschauung, in die auch persönliche Lebenserfahrung und gesteigerte Vorstellungskraft hineinspielen. Im Bild selbst wird der jeweiligen Charakteristik eines Ortes, den Wesenszügen eines Motivs, ein treffender Ausdruck gegeben.

Die optische Attraktion sucht und findet der Künstler sowohl im Naheliegenden, im vermeintlich sattsam Bekannten,  als auch auf Reisen, vornehmlich in den europäischen Süden. Hier wie da entdeckt er maßvolle Räume, gut proportionierte Figuren und Gegenstandsformen, noble Farbklänge und das ihn interessierende Zusammenspiel von Natur mit Kultur.


Boote am Strand Boote am Strand. 2005. Tusche. 48 x 64 cm

Dies zeigt sich beispielsweise in den arkadische Strandszenen. Da verstellt eine seltsam kulissenartige Architektur die an sich grenzenlose Weite einer südlichen Küstenlandschaft, erzeugt verengte Räume und schafft doch auch reizvolle Durchblicke. Grelle Helligkeiten treffen auf dunklere Schattenpartien. Dazwischen Figuren: Badende Akte tummeln sich selbstvergessen und spielerisch. Das Dargestellte scheint in der Folge eines tiefen Erlebens von „Meeresstrand“ gut beobachtet zu sein und wirkt dennoch, über die unmittelbare Anschauung hinaus, als eine bewusste, kunstvoll-sinnliche Inszenierung widerstreitender Empfindungen: Ufer und ein sonderbares Strand-Atelier lassen sich als Ausgangs- und Zielpunkt von Sehnsüchten verstehen, Boote auf See und an Land verweisen auf Nähe und Ferne, auf Bewegungen in Raum und Zeit. Der Lido als Fluchtort?

Unverkennbar geht es dem Maler, besonders in den Landschaftsdarstellungen, um klar konturierte,  dennoch offene  Bildordnungen sowie Farbakkorde voller Leuchtkraft. Aber Raumverschränkungen und Lichtführung sowie die visionären Szenerien an sich geben den Bildern zugleich eine mehrdeutige innere Spannung. Diese Malereien erweisen sich auch als sinnliche Metapher für pralles Leben - zwischen Leidenschaft und Alltäglichkeit, bestimmt von elementarem Sein: Wasser und Land unter einem riesenhaften Himmel voller Wind, Weite und Frische, überstrahlt von einer feurigen Sonne.

Maass entwirft Bildwelten, die formbewusst und nuancenreich sind und als ausschnitthafte Welt-Ansichten beim Betrachten sinnliches Vergnügen auslösen. Im Grunde kultiviert Maass` Werk die Kraft des Beständigen, um zu einer insgesamt gelassenen Betrachtung zu ermuntern.

Dr. Axel Schöne

Platz in Paris Platz in Paris. 2015. Kohle, Kreide, Tusche. 30 x 42 cm

Biografisches

1952 am 4. Juni bei Sonnenaufgang in Rostock geboren
1967-75 Lehre und Tätigkeit als Stahlstahlschiffbauer
1970 am 10. 11. gegen 14 Uhr Beginn des Zeichnens aus Langeweile. Dies entwickelt sich in der Folgezeit sehr schnell zu großem Ernst.
1977  Eignungsprüfung an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden bestanden.
1978 Übersiedlung nach Dresden.
Arbeit als Nachtwächter in der Gemäldegalerie Alte Meister 
1979 Studium an der HfBK nicht angetreten
1980 Beginn der freiberuflichen Tätigkeit
1985 erhielt er ein Atelier im Künstlerhaus Dresden-Loschwitz.
1991 Reise durch Dänemark.
Verwirklichung des alten Traums, die Ostsee zu überqueren. Vor Zeiten hatte er an einem Fährschiff mitgebaut, das auf dieser Route verkehrt. Bis dahin war nur der Blick vom Warnemünder Strand oder der Mole möglich, dorthin, wo Wasser und Himmel zusammen wachsen.
ab 1992 regelmäßige Reisen nach Italien
2001  Reise nach Venedig zur großen Baltus-Retrospektive 
2014 Leiter des „Radeberger Mal & Zeichenzirkels“
2018 malt immer noch

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Vor- und Rückschau

Stand: 26. Juli 2018