Ausstellung im Zahnärztehaus

Die Bilder sind in der Zeit vom 31. Mai - 29. September 2017 immer Montag und Dienstag sowie Donnerstag und Freitag  14-16 Uhr zu sehen. 

Elbe vor Riesa Elbe vor Riesa, 2016, Öl auf Leinwand, 67 x 91 cm

Am Fluss geht‘s weiter – Malerei von Sebastian Glockmann

Seit einigen Jahren arbeitet der Dresdner Maler Sebastian Glockmann vor der Natur mit Ölfarbe auf Leinwand. Was früher sicher und schnell im Aquarell geschah, entwickelt sich über mehrere Wochen nach eingehendem Einsehen in den Gegenstand. Dabei wird auch das Format geklärt. Immer sind es weite Gänge in die Umgebung von Dresden, der Sächsischen Schweiz, der Röderaue – neuestens verstärkt an die Elbe und deren Flussbett zwischen Dresden, Meißen und Diesbar-Seußlitz. Das fließende Wasser mit seinen Spiegelungen interessiert ihn dabei vor allem in der malerischen Umsetzung, die seit seiner intensiven Auseinandersetzung mit dem Landschaftlichen im Aquarell in einem gesplitterten Gitterwerk von Linien gipfelt, das das Motiv durch seine räumliche Tiefe noch leicht gegenständlich erscheinen lässt, aber auch impressionistisch abschirmt und verunklart.

Man spürt, dass es Glockmann um die räumlich-malerische Seite des Naturraumes geht, dessen Licht- und Farbspiele und Spieglungen ihn immer wieder faszinieren. Das Motiv wird (von Juni bis Mitte Oktober) während des täglichen und jahreszeitlich sich ändernden Sonnenstandes und dem wechselnden Licht durch die Bewölkung manchmal auch von unterschiedlichen Standpunkten aus beobachtet und mit sicheren, luftigen Pinselstrichen festgehalten. Wiederholung und oft das gleiche Motiv führen zu einer bildlichen Vertiefung, gleichsam wie ein subjektiv aufgefasstes, malerisches Dokument vom natürlichen Zustand des landschaftlichen Ausschnitts.
Das Erlebnis vor Ort ist immer wichtig, obgleich keine Skizzen und nur wenige Fotos gemacht werden. Manchmal „vertritt er sich auch nur die Beine“, wie er sagt, auf langen, einsamen Wanderungen durch die Natur. Draußen-Sein ist Glockmanns Element. Hier kommt er bei sich selbst an. Waldeinsamkeit und eine Hinwendung zur Stille und Unberührtheit im Thoreauschen Sinne bestimmen Glockmanns Lebenszyklus. Die Arbeit am Landschaftsbild krönt den Eindruck von den Gängen an freier Luft, Physisches und Psychisches bilden eine wohltuende Einheit. Kunst ist der notwendige Luxus eines Naturmenschen, der Glockmann ist. In seiner Ausstellung im Zahnärztehaus zeigt Glockmann vor allem Ölbilder aus dem Zeitraum von 2012 bis 2017, einige aktuelle Aquarelle und die Betrachtung erleichternde „Brückenbilder“, die zwischen 2004 und 2006 entstanden. Neben den Landschaften von der Sächsischen Schweiz (2015) werden Fensterblicke (Interieurs) gezeigt, die noch in der Wohnung auf dem Weißen Hirsch (seit 1999 an) gemalt wurden. Hier werden Innen und Außen, vermittelt durch stilllebenhafte Elemente, atmosphärisch miteinander verbunden.

Glockmann zeigte seine Werke im Sommer 2015 in einer umfangreichen Schau in der Villa Eschebach, hat aber nur wenige davon für diese Ausstellung vorgesehen. Vermehrt entstanden in jüngster Zeit Bilder von der Elbaue, dem Ufer und bei Niedrigwasser im Flussbett mit seinen glitzernden Wasserflächen, die der Malweise von Glockmann entgegenkommen. Der anfängliche Reiz der Topografie vergeht und weicht einem Interesse für das Schauspiel von Farbe und Licht, die wie Splitter eines Mosaiks sich zu Gitterformen zusammenfügen und eine Analyse des subjektiven Raumgefühls und seiner Wahrnehmung darstellen.
Natürlich reflektiert der Künstler mit seinen Mitteln darin auch über seine
eigene Arbeit im Wechsel zwischen dem Gegenstand und seiner Abstraktion.

Heinz Weißflog




Lichtung am Pfaffenstein Lichtung am Pfaffenstein, 2015, Öl auf Leinwand, 67 x 95 cm


Biografie
  • 1963 in Berlin-Pankow geboren
  • bei Ferienaufenthalten im großelterlichen Haus im brandenburgischen Ziesar entwickelt sich eine Beziehung zur Landschaft
  • 1981 Abitur in Berlin
  • 1983–1988 Studium an der HfBK Dresden bei Hubertus Giebe und Johannes Heisig, Diplom
  • ab 1988  freiberuflich in Frankfurt/Oder, Malaufenthalte im Dresdner Umland
  • seit 1991  lebt Sebastian Glockmann wieder in Dresden
  • ab 1992  wiederholte Studienreisen nach Südfrankreich und Italien


    Personalausstellungen (Auswahl)
    • 1992 Galerie Farbtick, Dresden
    • 1994/1999 Galerie im Gotischen Haus, Burgheßler
    • 1996 Schloss Klippenstein, Radeberg
    • 1997/2003 Richard-Wagner-Museum Graupa, Pirna
    • 1998 Galerie Skell, Schmiedeberg; Kunstverein Bautzen (mit Jochen Fiedler)
    • 2001 Zentrum für zeitgenössische Musik, Dresden
    • 2003 Galerie im Hofmannschen Gut, Dittersbach; DREWAG-Treff, Dresden; Kunstverein, Jena
    • 2004 Galerie des VBK Thüringen, Erfurt
    • 2005 Villa Schott, Jena
    • 2007 Weinbergkirche, Dresden-Pillnitz
    • 2008 Schloss Reinhardtsgrimma
    • 2009 Magdalenenburg, Festung Königstein (mit Wolfgang Kühne)
    • 2011 Stadtgalerie Radebeul
    • 2012 Kunstraum Pillnitz; Haupt-und Musikbibliothek, Dresden; Mannlichhaus, Zweibrücken
    • 2013 Schloss Klippenstein, Radeberg
    • 2015 Villa Eschebach, Dresden; Helmholtz-Zentrum, Rossendorf (mit Rita Geißler)
    • 2016 Klinkhardt-Bau, Wurzen


    Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
    Altenburg, Bautzen, Berlin, Doberlug, Frankfurt/Oder, Frauenstein, Meißen, Moritzburg, Moskau




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Vor- und Rückschau

Stand: 29. Mai 2017