Ausstellung im Zahnärztehaus

Die Fotografien sind vom 7. Februar  bis zum 25. Mai 2018 immer Montag und Dienstag sowie Donnerstag und Freitag  14-16 Uhr zu sehen.

facetten III facetten III, Ölkreide, 2015, 30 x 41 cm

different – Malerei von Klaus Liebscher

Die Bildwelt des Malers Klaus Liebscher erinnert, wie sein Malen überhaupt, in Ausdruck, Haltung und vor allem Spannung an Musik; hochkonzentriert markiert er mit Pinsel und Farbeimer auf Fahnenstoff, Pappe oder Papier seine Zeitspuren. Es ist „best of jazz“, was dabei entsteht, wie er etwa aus Hartmut Dorschners Saxophon perlt, und den er selbst, wollte er es wagen, die eigenen Werke so zu werten, als „großartig“ bezeichnen würde.
Allein schon darin zeigt sich die große Leidenschaft, die Klaus Liebscher sein Leben lang gefangen hält: er sucht Farbklänge in den Klangfarben, trachtet, mit dem Pinsel den richtigen Farbton zu treffen und sorgt sich um die Komposition, die, bei aller Freiheit, auch seinen Bildern innewohnt – er macht eben, wie Heinz Weißflog es ausdrückte, „Musik für die Augen: In Dispersionsfarbe hingezaubert mit Lichteffekten und Farbbögen…“ kompakt und different.

Klaus Liebscher ist in Niederpöbel geboren, hat seine Kindheit und Jugend im Erzgebirge verbracht, 1959 in Altenberg das Abitur gemacht und dann – lange vor der Erfindung des „Bitterfelder Weges“ – im VEB Feinwerktechnik in der Produktion gearbeitet. Die Hochschule für Bildende Künste Dresden sah ihn als Studenten. Wichtigste Früchte dieser Zeit sind die freundschaftlichen Verbindungen etwa zu Gunter Herrmann, Peter Graf, Eckhard Kempin, Strawalde, penk und anderen. Am Theater der Jungen Generation ist er schließlich Theatermaler geworden. Seit 1966 ist er freischaffend tätig.

spontan spontan, Kunstharzfarben, 2016, 50 x 70 cm

Lange Jahre hat Klaus Liebscher dann in der Denkmalpflege gearbeitet. Das hatte er nicht gelernt, das musste er können – und er hat es gekonnt. Er war an der malerischen Restaurierung des Schlosses Dahlen beteiligt, bevor die-ses durch ein Feuer endgültig in Vergessenheit geriet. Viel Zeit hat er an den Wänden der Semperoper in Dresden vermalt. Dennoch – oder gerade deswegen – hat er sich rasch vom Gegenständlichen ab- und dem Informel zuge-wandt. Namen wie Emil Schumacher oder Jackson Pollock kommen ins Gespräch. Klaus Liebscher lebt mit ihnen, er teilt auch die malerischen Ansichten: „Farben und Formen besitzen autonome Werte von höchster Ausdruckskraft und Freiheit“.
Es ist die Freiheit der Improvisation, die Freiheit des Jazz, der er sich frühzeitig verschrieben und die diese Hand-schrift geprägt hat.
Paul Klee spricht von „psychischer Improvisation“ und kommt damit dem Franzosen Michel Tapie nahe, nach dem „der schöpferische Künstler seine unentrinnbare Aussage nur im Magischen, in der Ekstase mitteilen“ kann.
Entscheidend bleibt die Hingabe an den Impuls des Augenblicks, denn alles Leben geschieht jetzt, und es geschieht auf vergnügliche Weise different.

Die Ausstellung, die am 7. Februar 2018 um 18:30 Uhr unter Klängen von Hartmut Dorschner (sax) im Zahnärztehaus eröffnet wird, gibt einen Einblick in das „differente“ Schaffen des Malers Klaus Liebscher.

Thomas Gerlach

hommage à jimi hendrix I/II hommage à jimi hendrix I/II, Kunstharzfarben auf Stoff, Doppelbild vert., 2016, 62 x 84 cm

Kontakt

KZV Sachsen
Tel.: 0351 - 805 35 26
Fax: 0351 - 805 35 509
Schreiben Sie eine E-Mail

Vor- und Rückschau

Stand: 5. Februar 2018