Ausstellung im Zahnärztehaus

Die Bilder sind vom 1. November 2018 bis zum 25. Februar 2019 immer Montag und Dienstag sowie Donnerstag und Freitag  14-16 Uhr zu sehen.

Baukasten Baukasten, Acryl auf Leinwand, 2018, 100 x 130 cm

Langer Atem - Malerei und Grafik von Wolfgang Bruchwitz

Seine Themen bezieht der Maler und Grafiker Wolfgang Bruchwitz vor allem aus dem Bedürfnis, sich selbst etwas mitzuteilen. Der äußere Anlass mag profan sein, Bruchwitz aber filtert in seinem künstlerischen Geist das Erlebte zu feinen, sensibel vorgetragenen Bildern, die Hand in Hand mit seiner Grafik, vor allem der Lithografie, gehen. Eigentlich ist der gelernte Eisenbahnbaumaschinist mit Abitur, der in Dresden an der HfBK Dresden bei Professor Günther Horlbeck studierte, ein „Mann der Technik“, interessierten ihn doch von Beginn an technische Module und Konstruktionen, wie das Rad oder die verwinkelte Architektur städtischen Verkehrs. Eine seltsame
Verwandlung hat seitdem in seinem Schaffen stattgefunden: Die Malerei ist frei und ungebunden an irgendwelche Muster und Vorbilder. Botschaften will Bruchwitz nicht damit verbreiten. Vor allem geht Bruchwitz den Weg farbiger Flächen, die nebeneinander gesetzt werden oder ineinander schwingen und bei denen Kontur und Linien völlig ausgespart bleiben.
Unter dem Titel „Langer Atem“ zeigt der Künstler zwei Dutzend Arbeiten, Acrylbilder und Lithografien aus den vergangenen 30 Jahren. Die im Zahnärztehaus gezeigten Leinwandbilder entstanden zwischen 2017 und 2018 in einer Phase angespannter, intensiver Arbeit, bei der „ein langer Atem“ notwendig war. Malerei braucht einfach Zeit, Ruhephasen und Schübe, in denen mancher Anfang getilgt und das Bild erneut übermalt werden muss, wie in dem Bild „Aggregat“, bei dem man die anderen Mal-Gründe erahnen kann, ähnlich den Pentimenti. Sie braucht aber auch ein gewisses Maß an physischer Kraft, die das Durchhalten ermöglicht. Schließlich ist Malen auch eine körperliche Arbeit, zumal Bruchwitz Mittel-und Großformate wagt. Das ist vor allem aber ein Prozess, der Zeit, Kraft und Ruhe, aber auch Lust und Inspiration und schließlich innere Insistenz verlangt.
Bruchwitz‘ Malerei ist minimalistisch, neigt zum Informellen, bei dem sich das Bild wie von selbst zuerst im Kopf aufbaut, wo immer wieder Befragungen notwendig sind, die den inhaltlichen und formalen Zusammenhang klären. Große Formen, meist amorphe Gebilde, schweben wie Wolken durch den Bildraum und kommunizieren mit anderen in einem dynamischen System. Eine andere zeigt eine besondere Vogelperspektive in „Nördlicher Eismeerhafen“. Die Grafik besteht ausschließlich in dieser Ausstellung aus Steindrucken, bei denen Bruchwitz bis zu vier oder fünf Farben verwendete, die sich beim Drucken überlagern, mischen und eine besondere Transparenz ergeben. Die Arbeit „Savoir vivre“ (2002) mit vier Farben bildet dabei einen Höhepunkt in der über 15-jährigen grafischen Arbeit. Auch der Arbeitsaufenthalt im  schwedischen Tidaholm 2010 ist mit einer beeindruckenden Lithografie dokumentiert. Sie spielt mit subtilen Licht-und Schattendurchbrüchen und einem bedeutsamen Blau und Orange, das gleichzeitig von vielen schwarzen Flächen eingefasst ist. In der Grafik interessieren Bruchwitz vor allem die vielfältigen Strukturen von Innen-und Außenwelt, Traum, Vorstellung und Realität, die eher nüchtern in buddhistischer Gelassenheit zusammenschwingen.

Heinz Weißflog



3. Grün-Gelb überlagern 3. Grün-Gelb überlagern, Lithografie, 1990, 27,5 x 36 cm

vita
•  1953 in Neubrandenburg geboren  •  1970 – 1973 Lehre als Eisenbahnbaumaschinist mit Abitur in Berlin  •  seit 1975 wohnhaft in Dresden  •  1975 – 1977 Arbeiter im Sachsenwerk Dresden  •  1977 – 1978 Ausstellungstechniker bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden  •  1978 – 1983 Studium Malerei/Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Diplom bei Prof. Günther Horlbeck  •  1986 – 1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler DDR, Tätigkeit als Restaurator im Dresdner Zwinger  •  seit 1990 Mitglied des Künstlerbundes Dresden  •  1990 1996 Mitbegründer und ABM-Mitarbeiter des Kunstvereins riesa efau. Dresden  •  2005 ABM im Kulturbüro Dresden  •  2006 Mitarbeiter im Jugend-Öko-Haus Dresden (ABM)  •  2007 – 2008 Mitarbeiter bei der Stadtmission des Diakoniewerks Dresden (ABM)  •  2009 – 2010 Mitarbeiter im Jugend-Öko-Haus Dresden (ABM)  •  seit 2002 Atelier in der „Schokofabrik“-Johannstadt  • 


In der Eishöhle In der Eishöhle, Acryl auf Leinwand, 2009, 70 x 90 cm


personalausstellungen
•  1985 Klubhaus „August Bebel“ Dresden  •  1994 Evangelische Akademie Ratzeburg  •  1992 und 1996 Galerie Adlergasse Dresden  •  1996 Leonhardi-Museum Dresden  •  2005 Hauptbibliothek Dresden  •  2005 Kulturrathaus Dresden  •  2012 „Blick zurück nach vorn“ Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf  • 
•  diverse Ausstellungsbeteiligungen in Deutschland, USA, Schweden  • 

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Vor- und Rückschau

Stand: 23. Oktober 2018