Telematikinfrastruktur

Verantwortlich für den Aufbau, den Betrieb und die Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur ist die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte, kurz gematik.

Informationen über die Telematikinfrastruktur und deren Anwendungen gibt der neue Leitfaden der KZBV. Dieser ist speziell für Zahnarztpraxen verfasst worden.

Aktuelle Informationen

Die Zulassung zum PTV4-Konnektor „KoCo Box“ von CGM ist seit 22. Juli 2021 erfolgt. Damit sind alle an der Telematikinfrastruktur angeschlossenen Praxen technisch in der Lage, die Voraussetzung für die Anwendung der elektronischen Patientenakte vorzuhalten.

Verpflichtende Anwendungen und Verordnungen zusammengefasst:

  • elektronische Patientenakte (ePA) seit 1. Juli 2021

Notwendige Komponenten:

  • freigeschalteter und aktivierter eHBA/eZahnarztausweis
  • Installation des PTV4-Upgrades (ePA-Upgrade) am Konnektor
  • Einbindung des ePA-Moduls in das Praxisverwaltungssystem

Bitte beachten Sie, dass die nötigen Komponenten zur ePA bis zum 30. Juni 2021 bestellt worden sind. Andernfalls ist die KZV Sachsen verpflichtet, eine pauschale Honorarkürzung von 1% durchzuführen.

Die Einstellung des Refinanzierungsantrags in das persönliche Dokumentencenter erfolgt voraussichtlich im I. Quartal 2022.

Weitere Informationen zur ePA entnehmen Sie dem Leitfaden ePA der KZBV.

  • elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung über KIM (eAU ) ab 1. Oktober 2021 - Übergangsfrist bis 31.12.2021
  1. Krankschreibungen sind von den Praxen digital mit dem Vordruck e01 an die Krankenkassen zu übermitteln. Der Patient erhält weiterhin jeweils einen unterschriebenen Papierausdruck der AU-Daten für sich und seinen Arbeitgeber.
  2. Ab dem 1. Juli 2022 wird die Krankenkasse die übermittelten AU-Daten dem Arbeitgeber digital als Meldung zum Abruf zur Verfügung stellen. Der Patient erhält nur noch für sich einen unterschriebenen Papierausdruck.

Notwendige Komponenten:

  • mind. Konnektorversion der Stufe PTV3 (eHealth-Konnektor)
  • freigeschalteter und aktivierter eHBA/eZahnarztausweis
  • Anbindung an den KIM-Fachdienst

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) haben sich auf eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2021 geeinigt. In der Übergangszeit kann weiterhin das bisher praktizierte Papierverfahren (Muster 1) angewendet werden, solange die zur Übermittlung von eAU notwendigen technischen Voraussetzungen in der Praxis noch nicht zur Verfügung stehen.

  • eRezept - elektronisches Rezept (eRezept) ab 1. Januar 2022

Verschreibungspflichtige Arzneimittel müssen ausschließlich elektronisch verordnet werden.

Notwendige Komponenten:

  • mind. Konnektorversion der Stufe PTV3 (eHealth-Konnektor)
  • freigeschalteter und aktivierter eHBA/eZahnarztausweis
  • Einbindung des eRezept-Moduls in das Praxisverwaltungssystem

Weitere wichtige Informationen zum eRezept finden Sie unter „Wissenswertes für Ihre Praxis.“

Voraussetzungen in Ihrer Praxis

Notwendige Komponenten der Telematikinfrastruktur (TI) sind:

 

Den eZahnarztausweis beantragen Sie bei der Landeszahnärztekammer Sachsen. Dieser stellt seit Januar 2021 die Grundvoraussetzung für den Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) dar.

Die notwendigen Komponenten (Konnektor, VPN-Zugangsdienst und eHealth-Kartenterminal) zur Anbindung an die TI beantragen Sie bei einem Anbieter Ihrer Wahl. Informationen zu Anbietern gibt Ihnen auch Ihr Anbieter des Praxis-Verwaltungs-Systems (PVS).
Vor der Bestellung der Komponenten wenden Sie sich am besten zunächst an Ihren PVS-Hersteller beziehungsweise Ihren Systembetreuer, da das Praxis-Verwaltungs-System (PVS) für den Anschluss an die TI angepasst werden muss.

Damit die KZV Sachsen den Praxisausweis beim Anbieter freigeben kann, muss die Erklärung zum Nachweis des eZahnarztausweises ggü. der KZV Sachsen angezeigt werden. Bitte füllen Sie dafür die Erklärung zum Nachweis eZahnarztausweis aus.

Den Praxisausweis (SMC-B) beantragen Sie über das Online-Portal der KZV Sachsen.

Damit alles Notwendige am Installationstag vorliegt und Ihr Praxisbetrieb nicht unnötig stark eingeschränkt wird, soll Sie die Checkliste "Anschluss an die Telematikinfrastruktur" bei der Vorbereitung unterstützen. Diese finden Sie bei der Gematik.

Um die fachgerechte Beratung und Installation beim Anschluss an die TI überprüfen zu können, steht Ihnen ein Installationsprotokoll zur Verfügung.

Elektronischer Heilberufsausweis(eHBA)

Der elektronische Heilberufsausweis, ist ein Ausweistyp im Checkkartenformat und eine wichtige Voraussetzung für den Zugriff auf medizinische Anwendungen. Denn innerhalb der Telematikinfrastruktur identifiziert der eHBA den Zahnarzt als Heilberufler.

Auf dem eHBA ist die Unterschrift des Karteninhabers elektronisch gespeichert. Dokumente können mittels qualifizierter elektronischer Signatur (QES) unterzeichnet werden. Diese Signatur ist gem. Signaturgesetz der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt. 

Bis zum 31. Dezember 2020 muss mind. ein eHBA in jeder Praxis vorliegen.

Beantragen können sie den eHBA bei der LZKS.

Die Refinanzierung erfolgt bei der KZVS.

Refinanzierungsantrag zum elektronischen Heilberufsausweis (eHBA)

Weitere Informationen finden Sie auf den Hinweisseiten der Landeszahnärztekammer Sachsen.

Praxisausweis (SMC-B) beantragen

Der Praxisausweis authentisiert die Zahnarztpraxis gegenüber der Telematikinfrastruktur als medizinische Einrichtung.

Die KZV Sachsen bestätigt dies gegenüber dem Anbieter der SMC-B Karte, mit der Freigabe des beantragten Praxisausweises.

Zur Freigabe der SMC-B benötigt die KZV Sachsen vorab die Erklärung zum Nachweis eZahnarztausweis

Im Online-Portal erfolgt die Beantragung des Praxisausweises (SMC-B). Eine Anmeldung im Online-Portal ist nur mit dem persönlichen Vertragszahnarzt-Login möglich.

Zum Umgang mit dem Praxisausweis informieren Sie sich auch über die Antrags-, Nutzungs- und Sperrregelungen der KZV Sachsen.

Wissenswertes für Ihre Praxis

Für ein weiteres stationäres Kartenlesegerät gilt:

Ein solches Gerät wird dann refinanziert, wenn die Installation des ePA/PTV4-Konnektors erfolgt ist.
Im weiteren stationären Kartenlesegerät kann der eHBA/eZahnarztausweis dauerhaft gesteckt bleiben. Dies hat den Vorteil, dass im Praxisalltag jederzeit auf die Funktionen des eHBA/eZahnarztausweis im Praxisnetzwerk zugegriffen werden kann.
Das zusätzliche Gerät mit dem gesteckten eHBA/eZahnarztausweis sollte an einem sicheren Ort, zum Beispiel im Praxisbüro, aufgestellt werden.

eHBA/eZahnarztausweis
Jeder Vertragszahnarzt, ermächtigter Zahnarzt sowie angestellter Zahnarzt ist anspruchsberechtigt, sich die anteiligen Kosten des eHBAs von der KZV Sachsen erstatten zu lassen.
Die anteilige Pauschale, kumuliert auf 5 Jahre, beträgt 233,00 Euro.
Assistenzzahnärzte erhalten die Refinanzierung mit Zulassung zum Vertragszahnarzt oder als angestellter Zahnarzt.

KIM-Fachdienst
KIM stellt zwar eine freiwillige Anwendung dar, wird jedoch zum 1. Oktober 2021 ein unverzichtbares Medium, um die verpflichtenden Anwendungen, wie Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), eArztbrief, elektronisches Beantragungs- und Genehmigungsverfahren (EBZ) zu unterstützen.

Um die Anwendungen eAU und eArztbrief nutzen zu können, benötigen Sie in der Praxis - neben dem eHBA/eZahnarztausweis - den KIM-Fachdienst.

Die übergreifende Kommunikation mit dem Fachdienst KIM ist nur für Nutzer der Telematikinfrastruktur möglich. So wird sichergestellt, dass sensible Gesundheitsdaten in diesem geschlossenen Nutzerkreis ausgetauscht werden.

Was Sie noch zu KIM wissen sollten:

  • freie Wahlmöglichkeit unter folgenden Anbietern: akquinet, arvato, IBM, T-Systems, CGM, RISE
  • relevante Auswahlkriterien: möglichst unbegrenztes Datenlimit, flexible Kündigungsfristen, Kompatibilität mit PVS der Praxis
  • aktivierter eHBA/eZahnarztausweis
  • Installation der KIM-Schnittstelle im Praxisverwaltungssystem

Nähere Informationen entnehmen Sie den Informationen der KZBV zu KIM sowie dem Leitfaden KIM der KZBV.

Was kommt als nächstes auf die Praxen zu?

eRezept

Das elektronische Rezept (eRezept) stellt eine weitere verpflichtende Anwendung der TI dar. Bis einschließlich zum 31.12.2021 gilt die Übergangsfrist für das bisherige Formular Muster 16 (rosa Rezept). Ab dem 1. Januar 2022 ist das Rezept elektronisch zu erstellen. Die Signatur wird mittels eHBA/eZahnarztausweis des verordnenden Zahnarztes erzeugt.

Ablauf im Praxisalltag:
Das Rezept kann in gewohnter Weise im Praxisverwaltungssystem (PVS) vorbereitet und erstellt werden. Nach der Signatur wird das Rezept verschlüsselt und zentral im Gesundheitsnetz der TI gespeichert. Ist die Speicherung erfolgt, so wird das Rezept elektronisch auf die App des Patienten übertragen. Alternativ kann der der Patient auch einen Ausdruck des elektronischen Rezeptes erhalten.
Das Rezept kann nun entweder elektronisch durch den Rezeptcode in der App oder mittels dem Rezept als Ausdruck in einer Apotheke eingelöst werden.

Was noch zum eRezept wichtig ist:

  • nur Inhaber des Rezeptcodes/ Ausdrucks des Rezepts sind zum Einlösen des Rezepts berechtigt
  • Zugriff auf eRezept nur mit eHBA des Apothekers möglich (via Entschlüsselung)
  • weiterhin bis zu 3 Medikationen verordnungsfähig
  • weiterhin ausstellbar: Fertigarzneimittel/Wirkstoffverordnungen, Rezepturen und freitextbeschriebene Verordnungen
  • vorerst nur apothekenpflichtige Arzneimittel
  • keine Neuorientierung im PVS für Praxen nötig

Weitere Informationen zum eRezept entnehmen Sie dem Leitfaden eRezept der KZBV.

elektronisches Beantragungs- und Genehmigungsverfahren (EBZ)

Die Einführung des elektronischen Beantragungs- und Genehmigungsverfahrens ist im Jahr 2022 geplant.
Ziel ist es, die Einreichung und Genehmigung von genehmigungspflichtigen Anträgen für die Bereiche KBR, PAR, ZE und KFO zwischen Praxen und Krankenkassen schneller und unbürokratischer zu versenden. Das Verfahren selbst ist keine Anwendung der TI, nutzt aber den sicheren Übertragungsweg über KIM.

Notwendige Komponenten:

  • freigeschalteter und aktivierter eZahnarztausweis/eHBA
  • Anbindung an den KIM-Fachdienst

Information zum TI-Messenger

Die gematik entwickelt derzeit einen Ansatz für ein datenschutzkonformes und nutzerfreundliches Messaging im Gesundheitswesen – den TI-Messenger.
Der TI-Messenger bietet die Möglichkeit, Personen aus dem Gesundheitssektor - unabhängig vom Messenger-Anbieter - auf kurzem Dienstweg zu erreichen.
Die Ausbaustufen sind im Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) geregelt.
Die erste Ausbaustufe soll im Oktober 2021 veröffentlicht werden.
Im April 2021 ist geplant, dass die Krankenkassen ihren Versicherten einen TI-Messenger über ihre Kassen-Apps anbieten.
Ab 2023 soll der TI-Messenger auch Versicherten zur Verfügung stehen, die dann über einen schnellen Kommunikationskanal (z. B. zu ihrer Krankenkasse oder der behandelnden Praxis) verfügen werden.

Refinanzierung

Liegen Anspruchsberechtigungen vor, dann sendet Ihnen die KZV Sachsen eine E-Mail über neu eingestellte Dokumente im persönlichen Dokumentencenter zu.  Für den Abruf des Formulars ist Ihr persönliches Login erforderlich.

  • Den Refinanzierungsantrag zur Telematikinfrastruktur finden Sie in Ihrem persönlichen Dokumentencenter unter der Rubrik Telematik.
  • Die Refinanzierung der Komponenten KIM und ePA wird im I. Quartal 2022 möglich sein.

Beachten Sie hierbei bitte die Frist zur Beantragung der Erstausstattungs- und Betriebskosten. Ansprüche zur Auszahlung der Pauschalen müssen innerhalb eines Jahres gegenüber der KZV Sachsen geltend gemacht werden.

Im BMV-Z Anlage 11 ist die Finanzierung der Kosten und des Aufwandes für die technische Ausstattung der Praxen geregelt.
Der Pauschalenvereinbarung (BMV-Z Anlage 11a) entnehmen Sie die aktuellen Refinanzierungsbeträge.

Weitere Links