Berufsnachwuchs

Endlich geschafft! Das Studium liegt hinter Ihnen ‒ Sie können sich stolz Zahnärztin oder Zahnarzt nennen. Wir gratulieren Ihnen herzlich dazu und sind als Landeszahnärztekammer Sachsen (LZKS) ab sofort ihr Zahnarztleben lang an Ihrer Seite. Sie haben Fragen? Fragen Sie uns! Auf dieser Seite finden Sie erste Informationen für Ihren Start ins Berufsleben.

 

 

Famulatur/Kooperationspraxen

Famulatur

Am 30. September 2020 trat eine Änderung der Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen in Kraft. Für Studierende, die seit dem 1. Oktober 2021 ihr Studium begonnen haben, ist die Durchführung einer Famulatur seitdem fester Bestandteil des Studiums.

Was ist wichtig?

  • Die Famulatur dauert vier Wochen und soll nach Abschluss der ersten zahnärztlichen Prüfung (Physikum) in den semesterfreien Zeiten angetreten werden (nach Ende des fünften und vor Beginn des neunten Semesters).
  • Sie kann im Block in einer Praxis durchgeführt oder auf zwei Praxen bzw. eine entsprechend anerkannte Einrichtung - à zwei Wochen - aufgeteilt werden.
  • Sie ist Bestandteil des Zahnmedizinstudiums und muss von den Landesuniversitäten anerkannt werden. Dazu bedarf es einer Vereinbarung zur Durchführung einer Famulatur mit einer der zwei Landesuniversitäten.

In wenigen Schritten zur Famulatur

  1. Wenn eine geeignete Praxis gefunden wurde, ist eine entsprechende Vereinbarung mit der Famulatur-Praxis abzuschließen.
  2. Studierende legen dem Studierendensekretariat die gemeinsam unterschriebene Vereinbarung vor.
  3. Nach Bestätigung durch die Universität nehmen die Studierenden die Vereinbarung wieder mit in die Famulatur-Praxis.

Und danach?

  • Nach Abschluss der Famulatur müssem Praxisinhaber den Studierenden ein Zeugnis ausstellen.
  • Das Zeugnis ist vom Studierenden der Universität zur Anmeldung zum dritten zahnärztlichen Abschnitt vorzulegen.

Alle Informationen finden sie bei der Landesdirektion Sachsen.

Kooperationspraxen für Studierende in Dresden

Hinter dem Titel „Kooperationspraxen der zahnmedizinischen Ausbildung“ verbirgt sich ein innovatives Konzept, das Dresdner Zahnmedizinstudierenden eine freiwillige, einwöchige Hospitation in einer Zahnarztpraxis im Rahmen des 10. Semesters ermöglicht.
Dabei schauen sie dem Zahnarzt nicht nur über die Schulter, sondern werden auch selbst aktiv. Gemäß ihren Fertigkeiten ist es ihnen erlaubt, unter Supervision des niedergelassenen Zahnarztes selbst Diagnostik, Prävention und sogar Therapien durchführen. Es liegt aber in der Verantwortung des Praxisinhabers, zunächst das Können des Studierenden einzuschätzen, bevor Aufgaben delegiert werden.

Examen bestanden

Nach Abschluss des Studiums geht es nun an die Beantragung der Approbation. Informationen erhalten Sie unter www.lds.sachsen.de. Mit der Approbation erlangen Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland ihre Arbeitserlaubnis. Sie dürfen somit die Zahnmedizin nach deutscher Gesetzgebung praktizieren.

Anmeldungen für den Berufsstart

Anmeldung bei der LZK

Mit der Erlangung der Approbation sind Zahnärztinnen und Zahnärzte verpflichtet, sich in Ihrer zuständigen Zahnärztekammer anzumelden. Die Zuständigkeit richtet sich nach dem Ort der Berufsausübung oder, wenn der Beruf nicht ausgeübt wird, nach dem Hauptwohnsitz. Den Meldebogen und weitere Formulare zur Kammeranmeldung in Sachsen finden Sie hier.

Assistenzzeit

Grundsätzlich stehen jungen Zahnärztinnen und Zahnärzten viele Wege offen. Die beiden häufigsten sind die Niederlassung in eigener Praxis oder die Anstellung bei einem niedergelassenen Zahnarzt oder Zahnärztin oder in einer Klinik. Um die Kassenzulassung zu erhalten muss eine zweijährige Assistenzzeit absolviert werden. Die Bewerbung als Vorbereitungsassistentin oder Vorbereitungsassistent ist für den Großteil der jungen Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner der erste Schritt in die Erwerbsphase.


Sie suchen noch eine Stelle für die Vorbereitungszeit? Dann informieren Sie sich unter Inserate.

Rentenversorgungswerk

Als Zahnarzt/in werden Sie Pflichtmitglied in einem Rentenversorgungswerk (ZVS) für ihren Berufsstand. Informieren Sie sich hier.

Fortbildung und Weiterbildung zum Fachzahnarzt

Die Fortbildung wird Sie Ihr ganzes Berufsleben begleiten. Im Zahnärztehaus gibt es eine Fortbildungsakademie. Informieren Sie sich hier.

Alle Fortbildungsveranstaltungen werden, wenn sie den Leitsätzen der BZÄK/ DGZMK/ KZBV zur zahnärztlichen Fortbildung entsprechen, gemäß dieser mit Punkten bewertet.

Was ist wichtig?

  • Vertragszahnärzte, ermächtigte Zahnärzte und angestellte Zahnärzte müssen alle fünf Jahre gegenüber der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen (KZVS) den Nachweis erbringen, dass sie im zurückliegenden Fünfjahreszeitraum ihrer Fortbildungspflicht nachgekommen sind
  • Dazu müssen 125 Fortbildungspunkte nachgewiesen werden.
  • Der Zeitraum beginnt mit dem Tag der Aufnahme der vertragszahnärztlichen Tätigkeit (Tag der Niederlassung, bei Angestellten Tag der Anstellung). Zahnärztliche Assistenten müssen keinen Fortbildungsnachweis erbringen.
  • Zahnärztinnen und Zahnärzte müssen selbst einen Nachweis über die Anzahl, die Art der Fortbildung und deren Bewertung führen (Excel- oder PDF-Vorlage).
  • Die KZVS wird spätestens drei Monate vor Ablauf des jeweiligen Fünfjahreszeitraumes die betroffenen Zahnärzte zur Einreichung des Fortbildungsnachweises auffordern.
  • Von den Zahnärzten, die den Fortbildungsnachweis eingereicht haben, werden zwei Prozent aufgefordert, die Fortbildungszertifikate/Nachweise einzureichen.
  • Erbringt ein Vertragszahnarzt den erforderlichen Nachweis nicht oder nicht vollständig, kürzt die KZV den gesetzlichen Vorgaben entsprechend den Vergütungsanspruch.

Mehr erfahren

 

Fachzahnarztweiterbildung

Sollten Sie sich für eine Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie, Oralchirurgie oder Öffentliches Gesundheitswesen interessieren, finden Sie die entsprechenden Informationen hier.

Vereinbarkeit von Beruf & Privatleben

Alle wollen ihn gut schaffen, den Spagat zwischen Beruf- und Privatleben. Doch wie ist er möglich? Wir geben dazu ein paar Anregungen.

Wahl der Praxisform

Je nach individueller Lebenssituation hat jede Form der Berufsausübung Vor- und auch Nachteile. Einen ersten Überblick gibt die Tabelle:

  Pro Contra
Einzelpraxis - Unternehmerische Entscheidungsfreiheit
- Große Gestaltungsspielräume bei allen Abläufen
- Eigenes Praxiskonzept
- alleiniges finanzielles Risiko
- Urlaubs- und Krankheitsvertretung muss organisiert werden
Praxisgemeinschaft - Entscheidungsfreiheit bei der Praxisführung
- Kostenteilung der Praxiseinrichtung und Raumnutzung
- Kompromissbereitschaft notwendig
- Absprachen zu wichtigen Entscheidungen unerlässlich
Berufsausübungsgemeinschaft - Geteiltes Risiko
- Gegenseitige Vertretung
- Synergieeffekte
- Teilung der Praxiszeiten, Urlaubs- und Krankheitsvertretung
- Breites Behandlungsspektrum möglich
- Kompromissbereitschaft notwendig
- Absprachen zu wichtigen Entscheidungen unerlässlich
Angestelltenverhältnis - Kein finanzielles Risiko
- Gesetzlicher Urlaubsanspruch
- Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
- Bestehender Erhalt des Arbeitsplatzes bei Schwangerschaft bis zum Ende der Elternzeit
- Einblick in alle Prozesse, lernen vom Arbeitgeber
- Arbeit in Teilzeit möglich
- Praxiskonzept des Inhabers muss mitgetragen werden
- Persönliche Anleitung und Überwachung durch den Inhaber

Entlastungsmöglichkeiten

Wenn ein Kind unterwegs ist, Angehörige gepflegt werden müssen oder man selbst für eine gewisse Zeit nicht arbeitsfähig ist, kann die Praxis nicht einfach geschlossen werden. Man sollte sich im Vorfeld Gedanken machen, um eine solche Pause gut vorzubereiten. Folgende Möglichkeiten können dabei mit in Betracht gezogen werden:

  1. Vertretung
  2. Entlastungsassistent
  3. Anstellung eines Zahnarztes oder einer Zahnärztin
  4. Teilzulassung

Absicherung bei Arbeitsverhinderung

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb man der Praxis fern bleiben muss, z. B. Krankheit, Urlaub, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Mutterschutz, Elternzeit. Wie wird diese Zeit finanziell überbrückt? Ein kurzer Überblick:

  Angestelltenverhältnis Selbständigkeit
Krankheitsfall - Zunächst Lohnfortzahlung, nach 6 Wochen Krankengeld (Grundlage: Entgeltfortzahlungsgesetz) - Ersatz für Einkommen z. B. über private Krankentagegeldversicherung
- Als freiwilliges Mitglied in der Gesetzlichen Krankenversicherung nur, wenn Krankengeld zusätzlich abgesichert ist
Urlaub/Feiertage - Lohnfortzahlung (Grundlage: Bundesurlaubsgesetz) - Rücklagen
Kinderbetreuung - Krankengeld bei Erkrankung des Kindes (Grundlage: Entgeltfortzahlungsgesetz) - Rücklagen
Pflege von Angehörigen - Lohnfortzahlung zur Wahrnehmung von Pflegeaufgaben (Grundlage: Pflegezeitgesetz) - Rücklagen
Mutterschutz - Mutterschaftsgeld (Grundlage: Mutterschutzgesetz) - Anspruch auf Mutterschaftsgeld nur als freiwilliges Mitglied in der Gesetzlichen Krankenversicherung mit zusätzlicher Absicherung von Krankengeld möglich
Elternzeit - Elterngeld (Grundlagen: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz) - Elterngeld (Grundlagen: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz)

Absicherung in der Schwangerschaft

Was für angestellte Zahnärztinnen gesetzlich geregelt und abgesichert ist, muss von Zahnärztinnen in eigener Niederlassung völlig anders geplant und geregelt werden, z. B.

  • finanzielle Rücklagen
  • Praxisvertretung
  • Auszeiten vor und nach der Geburt
  • Elterngeld und Kindergeld
  • Kinderbetreuung

Bilden Sie rechtzeitig Rücklagen und planen Sie, wie der Praxisbetrieb weiterlaufen kann (siehe „Entlastungsmöglichkeiten“). Denken Sie dabei auch an das Praxisteam.

Tätigkeitsverbote und Besonderheiten für schwangere Angestellte

Sobald die Schwangerschaft bekannt gemacht wurde, sind zwei wichtige Rechtsgrundlagen zu beachten:

  1. Mutterschutzgesetz (MuSchG)
  2. Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV)

Was ist zu tun?

  1. Meldung der schwangeren Mitarbeiterin bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde
  2. Gefährdungsbeurteilung ergänzen (Praxishandbuch)
  3. ggf. Einschränkung der Tätigkeitsfelder und Umsetzung auf einen gefährdungsfreien Arbeitsplatz
  4. Einhaltung der generellen Beschäftigungsverbote und –einschränkungen (z. B. Arbeitszeiten, Freistellung für Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen, besonderer Kündigungsschutz)

Den Aus- und Wiedereinstieg gemeinsam planen
Sowohl der Schwangeren als auch der Praxis bringt es viele Vorteile, schon im Vorfeld zu planen, wie es nach der Auszeit weitergehen kann. Das gibt beiden Seiten Sicherheit und schafft Vertrauen. Welche Arbeitsmodelle kommen ggf. in Frage? Wie kann die Einarbeitung gestaltet werden? Welche Qualifizierungen müssen nachgeholt werden? Und – auch wichtig: Bleiben Sie auch während der Elternzeit in Kontakt.

Mehr Informationen im Praxishandbuch und hier

Praxisgründung/Praxisübernahme

Nach dem absolvieren der zweijährigen Assitenzzeit können Sie als angestellter Zahnarzt tätig werden, eine eigene Praxis gründen oder eine bereits bestehende Praxis übernehmen.

Informieren sie sich dazu auf unserer Seite im Praxishandbuch.

Praxisgründung

Praxisübernahme

 

 

Versicherungen

Hier finden Sie demnächst alle wichtigen Informationen zu Versicherungen für den Berufsstart.

Links & Downloads

Der Welcome-Day

ist ein besonderes Event in zweierlei Hinsicht:

  1. Die LZKS heißt alle Zahnärztinnen und Zahnärzte herzlich willkommen, die neu in der Kammer sind.
  2. Die KZVS bietet allen Zahnärztinnen und Zähnärzten, die in den vergangenen drei Jahren in die eigene Niederlassung gegangen sind, eine fortbildende Starthilfe an.

Impulsvorträge hören, Fragen stellen, diskutieren, netzwerken, das Zahnärztehaus und wichtige Ansprechpartner kennenlernen ‒ darum geht es an diesem Abend. Der Welcome-Day findet alle zwei Jahre statt ‒ nächstes mal im Frühjahr 2024. Wir laden dazu persönlich ein und freuen uns schon jetzt auf ein Kennenlernen.

Berufsstand mitgestalten!

Selbstverwaltung heißt selbst gestalten. In der Kammerversammlung, im Vorstand und in den verschiedenen Ausschüssen wird unser Freier Beruf entscheidend geprägt, werden Beschlüsse und Ordnungen aktiv begleitet. Teil dieses Netzwerks zu sein, bringt einen Wissensvorsprung und man sorgt gemeinsam dafür, dass der Berufsstand selbstbestimmt bleibt.

In regionalen Stammtischen kann man Kolleginnen und Kollegen treffen, erfahren, welche Themen aktuell sind und wie man sich einbringen kann. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um up to date zu sein.

Wann in Ihrer Region Stammtische stattfinden, erfahren Sie im Zahnärzteblatt Sachsen oder online.

KammerNews

Wir informieren in unserem Newsletter schnell und kompakt über

  • aktuelle Themen
  • wichtigte Termine
  • Fragen und Antworten
  • Links und Downloads

... noch bevor Sie im Zahnärzteblatt Sachsen davon lesen.

Melden Sie sich jetzt an