Coronavirus

Die Landeszahnärztekammer und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen möchten Ihnen fortlaufend die aktuellen Informationen zum Coronavirus zur Verfügung stellen.

Was ist COVID-19?

Die Atemwegserkrankung COVID-19 wird durch Coronaviren (Sars-CoV-2) verursacht. Eine Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion. Ein Überleben der Viren über mehrere Tage auf unbelebten Flächen ist wahrscheinlich. Aktuell wird die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland als ­hoch eingeschätzt, für Risikogruppen als sehr hoch.

Krankheitsverlauf und Symptome

Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind die Krankheitsverläufe sehr unspezifisch, vielfältig und variieren in ihrer Schwere und Symptomatik stark. Sie reichen von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Krankheitsverlauf machen.

Zu den am häufigsten genannten Symptomen zählen:

  • Husten
  • Fieber
  • Schnupfen
  • Störung des Geruchs- und oder Geschmackssinns
  • Pneumonie

Weitere Symptome: Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit ­, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag, Lyphknotenschwellung, Apathie, Somnolenz.

Risikogruppen für schwere Verläufe

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten können, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen ab etwa 50–60 Jahren
  • männliches Geschlecht
  • Raucher
  • stark adipöse Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck),
    • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis)
    • chronische Lebererkrankungen
    • Diabetes mellitus
    • Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison).

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit gibt die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung an. Sie liegt laut RKI im Mittel bei 5–6 Tagen. Sie kann jedoch auch nur einen oder bis zu 14 Tage umfassen.

Corona-Sonderregelungen

Sonderregelungen der Heilmittel- und Krankentransport-Richtlinen

Aufgrund der anhaltenden epidemischen Lage hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, die befristeten Sonderreglungen zur Genehmigung von Krankentransporten für COVID-19-Erkrankte und zur Geltungsdauer von Heilmittelverordnungen bis auf Weiteres zu verlängern.

Der Beschluss des G-BA trat am 1. Oktober 2020 in Kraft. Die Details finden Sie in Artikel 6 und Artikel 7.

 

Corona-Hygienepauschale verlängert

BZÄK, PKV und Beihilfe haben sich auf die Verlängerung der Hygienepauschale bis zum Jahresende geeinigt. Allerdings ist nur noch der Einfachsatz abrechenbar. Unser GOZ-Infosystem weiß mehr.

In der Praxis

COVID-19-Tests für Gesundheitspersonal und Patienten

Seit dem 15. Oktober 2020 gilt die neue Corona-Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Sie ermöglicht kostenlose und regelmäßige COVID-19-Tests für Praxispersonal und Patienten. Dadurch sollen Infektionen aufgedeckt und Ansteckungen vermieden werden. Es dürfen demnach auch symptomlose Beschäftigte und Patienten in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen getestet werden.

Fragen und Antworten

Wer darf sich laut der neuen Verordnung testen lassen?
Die neue Verordnung gilt für Patienten und Besucher von Zahnarztpraxen (ZAP) sowie das gesamte Praxispersonal.

Welche Tests darf der Zahnarzt durchführen?
Zahnärzte haben die Möglichkeit, SARS-CoV-2-Antigentests als sogenannte PoC-Antigen-Tests (Point-of-Care-Antigen-Schnelltests) ausschließlich für sich selbst und das Praxispersonal eigenverantwortlich direkt in den eigenen Praxisräumen durchzuführen. Dies ist einmal wöchentlich möglich. Es wird dringend empfohlen, Schnelltests nur bei asymptomatischen Mitarbeitern durchzuführen. Personen, die Symptome zeigen und/oder mit Infizierten persönlichen Kontakt hatten, sollten sich immer an das Gesundheitsamt oder eine ärztliche Praxis für einen PCR-Test wenden.

Auch der eigene Hausarzt sowie Schwerpunkteinrichtungen können Tests im Sinne dieser Verordnung durchführen. Schwerpunkteinrichtungen sind auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) aufgelistet (Link).

Welche Antigen-Schnelltests dürfen genutzt werden?
Achten Sie darauf, nur Tests zu verwenden, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte listet. Eine Übersicht finden Sie hier. Erhätllich sind diese bei Apotheken oder Depots.

Welche Kosten werden für selbst durchgeführte Antigen-Schnelltests erstattet (Stand: 03.11.2020)?
Es sind noch nicht alle Abrechnungsmodalitäten geklärt. Laut KZV Sachsen steht jedoch fest, dass lediglich die Sachkosten für den Antigen-Schnelltest in Höhe der Beschaffungskosten von maximal 7 Euro je Test, abzüglich 3,5 % Verwaltungskosten erstattet werden. Vermutlich wird die Abrechnung je Quartal erfolgen.
In jedem Fall ist ein Nachweis über den angewendeten Test zu führen und die KZV Sachsen rät, Rechnungen, Lieferscheine und Testnachweise für die Abrechnung aufzubewahren.

Wie weise ich bei Testung beim Hausarzt oder in einer Schwerpunkteinrichtung nach, dass ich Inhaber oder Mitarbeiter einer Zahnarztpraxis bin?
Als Zahnarzt sollten Sie Ihren Zahnarztausweis vorzeigen.
Das Praxispersonal sollte einen Nachweis zur Tätigkeit in einer Zahnarztpraxis, zum Beispiel eine unterschriebene Bestätigung des Praxisinhabers, vorlegen.

Wer bezahlt den Test beim Hausarzt bzw. in einer Schwerpunktpraxis?
Wenn jemand ohne Symptome im Rahmen der neuen Testverordnung getestet wird, übernimmt die GKV die Kosten, auch wenn die Person nicht in der GKV versichert ist. Es handelt sich dabei um eine versicherungsfremde Leistung, für die der Bund einen Bundeszuschuss aus Steuermitteln leistet (Quelle: BMG).

Wie oft können Antigen-Schnelltests durchgeführt werden?
Testungen können laut Testverordnung einmal pro Woche wiederholt werden.

Weiterführende Informationen:

Maskenpflicht in Zahnarztpraxen

Die aktuelle Corona-Schutz-Verordnung gilt in Sachsen seit dem 24. Oktober 2020. Sie sieht unter anderem eine verbindliche Maskenpflicht in Arzt- und Zahnarztpraxen vor. Nutzen Sie zur Information Ihrer Patienten gern unseren Aushang in deutsch und englisch.

Umgang mit Patie­nten

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist es sinnvoll, Patienten bereits vor Betreten der Zahnarztpraxis darum zu bitten, sich zunächst telefonisch anzumelden, wenn Sie

  • Kontakt zu Erkrankten hatten oder
  • typische Symptome (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) aufweisen. ­

Nutzen Sie dazu unser ­­


Generell ist es ratsam, folgende allgemeine Vorkehrungen zu treffen: ­

  • Rufen Sie bereits bestellte Patienten im Vorfeld der Behandlung an und besprechen Sie gemeinsam, ob der Termin wahrgenommen oder verschoben werden kann (nutzen Sie hierzu den Patientenfragebogen COVID-19 in deutsch oder englisch).
  • Jede/r Mitarbeiter/in trägt in der ZA-Praxis einen Mund-Nasen-Schutz, auch im Gespräch miteinander. Rezeptionsbereiche sollten durch eine flüssigkeitsdichte Abtrennung geschützt werden.
  • Bitten Sie Patienten beim Betreten der Praxisräume um das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (­Hinweisplakat für die Praxis deutsch und englisch
  • Auf jede körperliche Begrüßung sollte verzichten werden.
  • Beschränken Sie die Anzahl der wartenden Personen soweit, dass diese einen angemessenen Abstand von mindestens 1,5 Metern halten können.
  • Bitten Sie Begleitpersonen erwachsener Patienten, die Praxis zu verlassen und nach Behandlungsende wieder abzuholen.
  • Während der gesamten Patientenbehandlung werden Brille/ggf. Schutzvisiere/ Schutzschilde, Mund-Nasen-Schutz, Handschuhe und ggf. Schutzkittel getragen. Nur durch den ordnungsgemäßen Sitz und die Einhaltung der Griffdisziplin bleibt die Barrierefunktion der Schutzkleidung gewährleistet. Suffiziente Absaugung wird strengstens beachtet. Eine Aerosolentstehung wird möglichst minimiert.
  • Halten Sie Patienten dazu an, möglichst wenige Oberflächen zu berühren.
  • Bitten Sie Patienten, sich vor Verlassen des Sprechzimmers die Hände zu desinfizieren.
  • Desinfizieren Sie alle von Patienten berührten Oberflächen, wie z.B. Türklinken regelmäßig.
  • Zwischen den Patientenkontakten werden die geltenden Hygienevorschriften umgesetzt.
  • Regelmäßig sollten Team-Besprechungen stattfinden, in denen die nötigen Maßnahmen und Routinen erneut erörtert, Fragen geklärt und ggf. Anpassungen vorgenommen werden.
  • In den Behandlungspausen sollten die empfohlenen Mindestabstände zwischen den Mitarbeiter/innen eingehalten werden.
  • Mitarbeiter/innen mit COVID-19-Risikofaktoren für schwere Verläufe sollen aus dem Patientenkontakt entfernt/nach Hause und – wo möglich – ins Homeoffice geschickt werden.

Bei Patienten mit Symptomen kann die Behandlung auf die Zeit nach Ende der Erkrankung verschoben werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt. Diese Patienten sind zur Sicherung der Diagnose und ggf. Einleitung einer Therapie an den Hausarzt zu verweisen.

Routinebehandlungen­

SARS-CoV-2 werden vor allem durch Tröpfchen übertragen. Schutzbrillen oder Visiere und Mund-Nasen-Schutz (MNS) bieten eine Barrierefunktion gegen diese Art der Infektionsübertragung. Wichtig ist, dass diese Schutzmittel ordnungsgemäß angelegt und über die gesamte Behandlungszeit getragen werden. Zur Wiederverwendung der MNS lesen Sie weitere Hinweise unter "Schutzausrüstung".
Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte die Entstehung und Verbreitung von Aerosolen wirksam vermindert werden. Dies sollte zuallererst durch eine effiziente, hochvolumige Absaugung geschehen.
Ein angelegter Kofferdam ist eine wirksame Barriere gegen die im Mund- und Rachenraum befindlichen Mikroorganismen (Quelle: BZÄK).

Notfallbehandlungen von COVID-19-Erkrankten ­

Infizierte oder sich in behördlich angeordneter Quarantäne befindliche Akutpatienten sollen in Schwerpunktpraxen behandelt werden. Diese Praxen bekommen ihre Ausrüstung entsprechend eines Vertrages mit den Krankenkassen durch das Bundesbeschaffungsamt via KZBV und KZVS gestellt. Zuvor sollte der Hauszahnarzt die Notwendigkeit und Dringlichkeit anhand der ihm zur Verfügung stehenden Informationen (Patientendokumentationen) überprüfen, bevor er den Patienten über eine Servicenummer der KZVS weitervermittelt. Diese Nummer ist den Vertragszahnärzten durch den KZV Info-Newsletter bekannt. Praxen, die an Wochenenden Notdienst haben, erhalten von der KZVS eine Handynummer, über die sie diese Praxen erreichen können.

Notfallbehandlungen

Ein Zahnarzt hat grundsätzlich nur in Notfällen eine Pflicht zur Behandlung. Wenn beim Patienten gesundheitliche Schäden drohen, ist der Zahnarzt zur Hilfeleistung verpflichtet. Dennoch muss die Behandlung dem Zahnarzt zumutbar sein.
Aus der Berufsordnung geht hervor, dass die zahnärztliche Behandlung abgelehnt werden kann, wenn die Behandlung ihm nach pflichtgemäßer Interessenabwägung nicht zumutbar ist und der Zahnarzt Hygieneanforderungen und Schutzmaßnahmen nicht einhalten kann (z. B. auch bei fehlender Schutzausrüstung).
Bei Behandlungen von infizierten Patienten setzt sich der Zahnarzt inkl. Personal einem Ansteckungsrisiko aus, wenn die entsprechende Schutzausrüstung (FFP2-Masken, Handschuhe, Mundschutz etc.) nicht vorhanden ist.
Deswegen muss bei erkrankten Notfall-Patienten zwischen den Ansteckungsrisiken und dem Grad des Notfalls (strenge Indikationsstellung) abgewogen und entschieden werden.
Sind bei lebensbedrohlichen Situationen beim Patienten entsprechend ausgerüstete Praxen oder Kliniken nicht in zumutbarer Zeit erreichbar, kann ein Zahnarzt verpflichtet sein, Ansteckungsrisiken einzugehen. Wobei immer abzuwägen ist, ob ein ausreichender Selbstschutz für sich und das Personal gewährleistet werden kann! In jedem Fall hat sich der Zahnarzt um die weitere Behandlung des Patienten zu kümmern.

Beachten Sie bitte:

  • Persönliche Schutzausrüstung für das Personal (Schutzbrille mit Seitenschutz; Atemschutzmaske FFP2/FFP3; unsterile Handschuhe; langärmliger Schutzkittel; das Tragen einer Kopfhaube kann den Schutz erhöhen; für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen)
  • Patienten nach Betreten der Praxis für die Wartezeit Mund-Nasen-Schutz aushändigen und zum Tragen anhalten
  • Patienten bitten, vor Verlassen des Sprechzimmers die Hände zu desinfizieren
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen

Hier finden Sie die Position der Bundeszahnärztekammer.

Notwendigkeit einer Behandlung

Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Behandlung trifft die Zahnärztin oder der Zahnarzt abhängig vom individuellen Risiko und der Komplikationsdichte des Eingriffs im konkreten Patientenfall.
Das betrifft nicht nur Notfallbehandlungen, sondern kann einen Eingriff umfassen, der die Beschwerden des Patienten kurz-, mittel- oder langfristig lindert oder die Verschlimmerung der bestehenden Erkrankung vermeidet. Bei der Terminplanung sollte dies beachtet und ggf. im Vorfeld mit dem Patienten telefonisch besprochen werden.

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Prävention bei Aerosolen

Zur Verbreitung des Coronavirus über Aerosole schr­eibt das RKI:
„Nach derzeitigen Erkenntnissen erfolgt die Übertragung von SARS-CoV-2 bei direktem Kontakt über z.B. Sprechen, Husten oder Niesen (siehe Steckbrief zu COVID-19 > Übertragungswege). In der Übertragung spielen Tröpfchen wie auch Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne), die längere Zeit in der Luft schweben können, eine Rolle, wobei der Übergang zwischen den beiden Formen fließend ist. Durch das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 m kann die Exposition gegenüber Tröpfchen sowie in gewissen Umfang auch Aerosolen verringert werden.
Eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Aerosole ist in bestimmten Situationen über größere Abstände möglich, z.B. wenn viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen zusammenkommen und es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Aerosolen kommt. (...)“

Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte die Entstehung und Verbreitung von Aerosolen vermieden werden. Dies sollte zuallererst durch eine effiziente, hochvolumige Absaugung (vierhändiges Arbeiten) geschehen. Dabei steht eine wirksame Absaugtechnik im Vordergrund. Ferner sollte dabei folgendes berücksichtigt werden:

  • Die Verwendung von ultraschallgetriebenen Handstücken und Chirurgiegeräten vermeiden.
  • Die Verwendung von Pulverstrahlgeräten vermeiden.
  • Die Verwendung von Turbinen vermeiden.
  • Antiseptische Mundspülungen können dazu beitragen, eine Infektionsübertragung zu minimieren.

Es wird empfohlen, in Abhängigkeit von Art und Umfang der Exposition und des Infektionsrisikos entsprechende persönliche Schutzausrüstung konsequent und ordnungsgemäß zu tragen. Die zusätzliche Verwendung von Visieren/Schutzschilden bei der zahnärztlichen Behandlung kann die Sicherheit weiter erhöhen.

Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) e.V. (Stand: 10.09.2020 , gültig bis 31.03.2021):

Umgang mit zahnmedizinischen Patienten bei Belastung mit Aerosol-übertragbaren Erregern

Zahnarztbesuche in Alten- und Pflegeh­eimen­ ­

Die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) empfiehlt, die Reihenuntersuchungen in Senioreneinrichtungen fortzuführen und Zahnarztbesuche in Pflegeeinrichtungen nicht nur auf Notfallsituationen zu beschränken. Dabei sollte in enger Absprache mit den Einrichtungsleitungen gearbeitet werden. Zur ausführlichen Stellungnahme der DGAZ (Stand: 18.05.2020)

Zähneputzen in Gemeinschaftseinrichtungen

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e. V. (DAJ) ermutigt auch in Corona-Zeiten zum gemeinsamen Zähneputzen in Krippen, Kitas und Ferienfreizeiten. Unter Einhaltung verschiedener Hygienemaßnahmen sei dies möglich. Worauf zu achten ist, lesen Sie in der Checkliste für hygienisch unbedenkliches Zähneputzen in Kitas unter den Bedingungen der COVID 19-Pandemie.

Häufige Fragen und Antworten

Die BZÄK stellt auf Ihrer Homepage detaillierte Informationen zu Schutzmitteln, Verdachtsfällen, PZR und mehr zur Verfügung.

Schutzausrüstung

Beschaffung von Schutzausrüstung

Nach wie vor gilt, dass nur geeignete Schutzmaßnahmen das Durchbrechen der geforderten Mindestdistanz von 1,50 Meter rechtfertigen.
Hier sollte jede Praxis eigenverantwortlich über die sinnvolle Bevorratung in Zeiten der Pandemie entscheiden. Den übergangsweisen Einkauf sowie die Verteilung von Schutzausrüstung hat die KZV Sachsen in die Eigenverantwortung der sächsischen Zahnarztpraxen zuückgegeben. Die Beschaffung von Schutzausrüstung liegt damit wieder in deren Zuständigkeit.

Desinfektionsmittel

Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist ein behülltes Virus, das bereits durch Desinfektionsmittel der Klassifikation „begrenzt viruzid“ sicher inaktiviert wird. Die im Rahmen der Basishygiene standardmäßig eingesetzten, VAH-gelisteten Desinfektionsmittel sind auch im Einsatz gegen dieses Virus vollumfänglich geeignet.

Wiederverwendung von persönlicher Schutzausrüstung

Diese Maßnahmen sind entsprechend anzuwenden, wenn keine Lieferung von persönlicher Schutzausrüstung aus gegenwärtigen Gründen gewährleistet werden kann. Für den Fall, dass während einer Pandemie FFP-Masken nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und nur die Möglichkeit besteht, auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen, können diese ausnahmsweise unter folgenden Bedingungen auch mehrfach, jedoch längstens über eine Arbeitsschicht, eingesetzt werden.

Beachten Sie bitte:
Die Außenseite der gebrauchten Maske bzw. des gebrauchten MNS (Mund-Nasen-Schutz) ist potenziell erregerhaltig. Beim erneuten Aufsetzen muss daher eine Kontamination des Trägers insbesondere im Bereich Gesicht (Nase, Mund, Augen) vermieden werden.

Folgende Maßnahmen sind einzuhalten:

  • Das Absetzen der Maske, des MNS hat so zu erfolgen, dass hierdurch eine Kontamination der Maske / des MNS (vor allem der Innenseite) bzw. eine Kontamination des Gesichtes verhindert wird, z. B. durch eine vorherige Handschuhdesinfektion oder ein entsprechendes Handschuhmanagement (z. B. Mehrfachhandschuhe).
  • Nach dem Absetzen der Maske / des MNS ist diese/r am besten trocken an der Luft hängend aufzubewahren (nicht in geschlossenen Behältern!). Wichtig dabei ist, dass von dem Lagerort keine Infektion ausgeht, sodass Kontaminationen der Innenseite der Maske / des MNS aber auch Verschleppungen auf andere Oberflächen vermieden werden.
  • Handschuhe sind anschließend fachgerecht zu entsorgen und die Hände sind zu desinfizieren.
  • Gebrauchte Masken und/oder der gebrauchte MNS sind eindeutig einer Person zuzuordnen, um ein Tragen durch andere Personen auszuschließen (z. B. Markieren der Masken am Halteband).
  • Benutzte FFP-Masken und MNS nicht mit Desinfektionsmittel reinigen oder desinfizieren, da diese Maßnahme die Funktionalität der Maske negativ beeinflussen kann.
  • Da davon ausgegangen werden muss, dass die Außenseite des Schutzes kontaminiert ist, sind beim erneuten Aufsetzen des MNS / der Maske hygienisch einwandfreie, unbenutzte Handschuhe zu tragen, welche vor erneutem Patientenkontakt wieder entsorgt werden müssen. Auf den richtigen Sitz der gebrauchten Maske ist zu achten.
  • Beim erneuten Aufsetzen ist wichtig, dass eine Verschleppung der Erreger von der kontaminierten Außenfläche auf die Innenfläche verhindert wird. Das Berühren der Innenseite des Filtervlieses ist daher zu vermeiden.
  • Masken und MNS, deren Innenfläche durch Fehler bei der Handhabung möglicherweise (Verdachtsfall) mit Erreger kontaminiert wurden, sind aus präventiver Sicht sofort fachgerecht zu entsorgen.
  • Der Ort, an dem die Zwischenlagerung erfolgte, ist unmittelbar nach Entnahme der Maske / des MNS zu desinfizieren.

Quelle: Robert Koch-Institut (RKI)

 


Beachten Sie bitte:
Diese Maßnahmen sind daher ausdrücklich nur auf offiziell ausgerufene Notfallsituationen anzuwenden, wenn FFP-Masken und oder MNS nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und nur die Möglichkeit besteht, auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen. Führen Sie mit Ihrem Personal eine Unterweisung zu den aufgelisteten Maßnahmen durch und dokumentieren Sie die durchgeführte Unterweisung inkl. Unterschriften der Mitarbeiter.

Soforthilfen

­­­­­­­­­­­­­­­­Corona-Steuerhilfegesetz

Befristete Senkung der Umsatzsteuersätze

  • Die Umsatzsteuer wird befristet vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 gesenkt.
  • Der reguläre Steuersatz sinkt dabei von 19 % auf 16 %.
  • Der reduzierte Steuersatz sinkt von 7 % auf 5 %.
  • Die Leistungen einer Zahnarztpraxis sind überwiegend gemäß § 4 Nr. 14 a) UStG umsatzsteuerfrei, wenn die erbrachten Leistungen einen therapeutischen oder diagnostischen Bezug (zahnärztliche Heilbehandlung) haben.
  • Die Befreiung greift nicht für Leistungen ohne therapeutischen Bezug (kosmetische Behandlungen, Bleaching ohne medizinische Indikation).
  • Soweit Leistungen umsatzsteuerpflichtig sind, kommt der Regelsteuersatz (01.07.-31.12.2020 = 16%) zur Anwendung.
  • Nur zahntechnische Leistungen oder Lieferung/Wiederherstellung von Zahnprothesen unterliegen dem ermäßigten Umsatzsteuersatz (01.07.-31.12.2020 = 5%).

Kinderbonus

  • je kindergeldberechtigtem Kind werden insgesamt 300 € zusätzlich zum regulären Kindergeld ausgezahlt
  • 1. Zahlung: 150 € im September
  • 2. Zahlung: 150 € im Oktober
  • Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird befristet auf zwei Jahre für die Jahre 2020 und 2021 von 1.908 € auf 4.008 € angehoben

Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen, also auch Zahnarztpraxen

  • Einführung einer degressiven Abschreibung in Höhe von 25 Prozent, höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung, für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden

Dienstwagen

  • Bei der Besteuerung der privaten Nutzung von Dienstwagen ohne Kohlendioxidemission wird der Höchstbetrag des Bruttolistenpreises auf 60. 000 Euro angehoben (bislang 40.000 Euro).

Hinweis der BZÄK zu Soforthilfen und Abschlagzahlungen­­

Die von Bund und Ländern gewährten Soforthilfen stellen eine finanzielle Überbrückung auch für Freiberufler dar. Regelmäßige Voraussetzung ist allerdings ein eingetretener Liquiditätsengpass. Ein Liquidit­ätsengpass entsteht immer dann, wenn die finanziellen Mittel fehlen, um allen Zahlungsverpflichtungen fristgemäß nachzukommen. Es muss also für die Beantragung der Soforthilfe regelmäßig eine existenzielle Notlage vorliegen. Ende März/Anfang April erfolgte Quartalsabschlagszahlungen sind bei der Beurteilung für einen Liquiditätsengpass nach Auffassung der BZÄK und KZBV auch dann zu berücksichtigen, wenn diese für einen Zeitraum vor der Coronakrise gezahlt worden sind. 

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Weitere Hilfen ­

Förderung von Ausbildungsverhältnissen

­­Ausbildende Zahnarztpraxen, die von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind, erhalten vom Freistaat Sachsen einen Zuschuss in Höhe des 1,5-fachen Monatslohns des Auszubildenden. Diese Zuwendung wird für den Zeitraum gewährt, in dem für den Auszubildenden kein Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, der Auszubildende gegenüber seinem Ausbildungsbetrieb aber einen Anspruch auf Zahlung der Ausbildungsvergütung für 6 Wochen (also 1,5 Monate) hat.

Ausbildungsbetriebe mit Hauptsitz oder rechtlich selbstständiger Niederlassung im Freistaat Sachsen und maximal 250 Mitarbeitern sind anspruchsberechtigt und müssen die Hilfen bis 30. Juni 2020 beantragen.­
Weitere Informationen sowie die Antragsunterlagen finden Sie auf den Seiten der Landesdirektion Sachsen.

Zuschüsse zu neuen Ausbildungsverträgen ZFA – Bundesprogramm „Ausbildung sichern“

Ausbildende Zahnarztpraxen, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert.

Antragsberechtigt ist, wessen Praxis:

  • in der ersten Jahreshälfte 2020 wenigstens in einem Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder
  • in den Monaten April und Mai 2020 mindestens 60 Prozent weniger Umsatz gegenüber den Vorjahresmonaten hatte oder
  • nach April 2019 gegründet wurde und mindestens 60 Prozent weniger Umsatz gegenüber November und Dezember 2019 verzeichnete

Konditionen

  • einmaliger Zuschuss i. H. v. 2.000 € für jeden Ausbildungsvertrag, der für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossen wird
  • einmaliger Zuschuss i. H. v. 3.000 €, wenn bei gleichen Voraussetzungen die Anzahl der Ausbildungsplätze sogar erhöht wird
  • Die Auszahlung erfolgt nach dem Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit

Beantragung

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Steuerliche Entlastungen

Unternehmen jeder Größe, Selbständige und Freiberufler erhalten steuerliche Hilfen, um ihre Liquidität u verbessern. Für unmittelbar vom Coronavirus betroffene Unternehmen gilt bis Ende 2020:

  • Finanzbehörden gewähren Stundungen von Steuerschulden.
  • Steuervorauszahlungen können angepasst werden.
  • Auf Vollstreckungsmaßnahmen wird verzichtet.

Informieren Sie sich beim Bundesfinanzministerium und bei der Sächsischen Staatsregierung.


Beitragsstundungen der Sozialversicherungsbeiträge

­Die Beiträge zur Sozialversicherung können gestundet werden. Dies ist grundsätzlich jedoch nur dann möglich, wenn alle anderen Maßnahmen aus den verschiedenen Hilfspaketen und Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung ausgeschöpft sind.
Der Antrag ist vom Arbeitsgeber formlos an die jeweilige/n Krankenkasse/n zu richten. Nähere Informationen lesen Sie hier.­­


Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

Es wurde eine Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Betriebe geschaffen, die wirtschaftliche Schäden durch den massiven Anstieg der Infektionen mit dem neuartigen SARS-CoV-2-Virus erleiden. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht galt ursprünglich bis 30.09.2020 und wurde mit inhaltlichen Einschränkungen bis 31. Dezember 2020 verlänger. Informieren Sie sich hier

Sozialschutz-Pakete

Die von der Bundesregierung beschlossenen Sozialschutz-Pakete sollen helfen, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Bürgerinnen und Bürger abzufedern und beinhalten unter anderem:

  • Einen vereinfachten Zugang zur Grundsicherung.
  • Entschädigung bei Kinderbetreuung.
  • Zuschüsse für soziale Dienste.
  • Zuverdienst bei Kurzarbeit.
  • Lesen Sie mehr

 

Eine Übersicht der Bundesweiten Hilfen für Freiberufler finden Sie hier (Quelle: Bundesverband der freien Berufe e. V.)

Arbeitsrechtliche Fragen

Quarantäne­

Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von ansteckungsverdächtigen Personen oder von Personen, die möglicherweise das Virus ausscheiden. Eine Quarantäne wird dann behördlich angeordnet, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat. Ein solches Risiko liegt vor, wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem Erkrankten mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose hatte. Ein enger Kontakt bedeutet hauptsächlich, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat bzw. angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist. Die Beurteilung des Ansteckungsrisikos und damit die Anordnung und Aufhebung der Quarantäne obliegt im Einzelfall dem zuständigen Gesundheitsamt (Quelle: RKI). Die Anordnung einer Quarantäne erfolgt in der Regel zunächst mündlich. Aufgrund des Arbeitsumfangs der Behörden folgt der schriftliche Bescheid oft viel später.

Wer aufgrund des Coronavirus durch das Gesundheitsa­mt unter Quarantäne gestellt wird und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über die Landesdirektion Sachsen eine Entschädigung beantragen. Bestehen Sie auf einen schriftlichen Bescheid, um einen etwaigen Anspruch auf Entschädigung geltend machen zu können. Entschädigung nach Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz können bei der zuständigen Behörde beantragt werden.

Ansprechpartner Landesdirektion:
Landesdirektion Sachsen
Referat 21
Claudia Gläser
Altchemnitzer Str. 41
09120 Chemnitz
Tel.: 0371 - 532 12 23
Entschaedigung-Corona@LDS.Sachsen.de


­­­Um der steigenden COVID-19-Patientenzahl Rechnung zu tragen, stuft das Robert Koch-Institut (RKI) seine Quarantäne-Empfehlungen für das Gesundheitspersonal herunter. Sollte in Zahnarztpraxen relevanter Personalmangel herrsch­en

  •  muss Personal mit hohem Expositionsrisiko (Kategorie 1a: Kontakt mit Aerosolen und Sekreten eines COVID-19-Erkrankten) nur noch für 7 Tage in häusliche Quarantäne gehen. Treten danach keine Symptome auf, kann mit Mund-Nasen-Schutz weitergearbeitet werden.
  • Personal mit begrenztem Expositionsrisiko (Kategorie 1b: Mindestabstand von zwei Metern ohne Schutzkleidung wurde unterschritten, oder ein naher Kontakt von mehr als 15 Minuten mit einem Erkrankten fand statt), kann ohne auftretende Symptome mit Mund-Nasen-Schutz weiterarbeiten. Details lesen Sie hier.

Wichtig ist, dass diese Entscheidungen möglichst mit dem örtlichen Gesundheitsamt getroffen werden und die empfohlene Dokumentation durchgeführt wird.

Weiterhin gilt: Ist diese Quarantäne nicht behördlich angeordnet, entsteht auch kein Anspruch auf eine Entschädigung. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrem zuständigen Gesundheitsamt auf.

Lesen Sie auch die Informationen der BZÄK.

Fürsorgepflicht

Neben den allgemeinen Grundsätzen des Arbeitsschutzes (§ 4 Arbeitsschutzgesetz) hat der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht (§ 618 BGB). Demnach muss er alles dafür tun, damit Angestellte ihre Arbeit gefahrlos ausüben können. In der aktuellen Situation bedeutet dies, dass Sie gegebenenfalls weitere Maßnahmen zum Schutz Ihrer Mitarbeiter ergreifen müssen, wie z. B. Hygiene- und Verhaltensregeln am Arbeitsplatz oder den Verzicht auf unnötige Besprechungen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beantwortet die häufigsten Fragen auf ihrer Homepage.

Kurzarbeit

Für Zahnarztpraxen besteht die Möglichkeit, bei der Agentur für Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen Kurzarbeit zu beantragen. Rückwirkend zum 01.03.2020 hat der Gesetzgeber folgende Erleichterungen beschlossen:

  • Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht bereits, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von jeweils mehr als 10 Prozent haben.
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge werden für ausgefallene Arbeitsstunden zu 100 Prozent erstattet.
  • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.
  • Auszubildende haben in der Regel erst nach einem Arbeitsausfall von 6 Wochen oder 30 Tagen einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Zur Überbrückung kann bei der Landesdirektion ein Ausbildungszuschuss beantragt werden. Mehr lesen Sie unter „Soforthilfen“.
  • Flyer der Bundesagentur für Arbeit.

­­­­Alle weiteren Informationen finden Sie auf den Seiten der Arbeitsagentur sowie auf der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. ­Die Bundeszahnärztekammer hat alle wichtigen Informationen zur ­Beantragung von Kurzarbeitergeld zusammengefasst und stellt diese online  zur Verfügung (Stand: 05.05.2020)


Wie ist das Verhältnis von Kurzarbeit und Mutterschaftsleistungen?­
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Die BZÄK informiert, dass Schwangere und Stillende während eines vollständigen Beschäftigungsverbots und in den Schutzfristen auch bei Kurzarbeit im Betrieb die vollen Mutterschaftsleistungen erhalten. Dies sei die Rechtsauffassung des Bundesministerium für Gesundheit (BMG), des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
Die Praxis dazu sei allerdings derzeit uneinheitlich, so die BZÄK, weswegen, sie empfiehlt, sich über die Mutterschaftsleistungen im Beschäftigungsverbot und in den Schutzfristen mit den auszahlenden Stellen (i. d. R. Arbeitgeber und Krankenkasse bzw. Bundesamt für Soziale Sicherung) in Verbindung zu setzen (Position der BZÄK „Kurzarbeitergeld in der Zahnarztpraxis“, S. 7 f., vom 23.06.2020).

Das Orientierungspapier der genannten Ministerien findet sich hier.
Kurzarbeit steht nicht im W­iderspruch zum ­Versorgungsauftrag ­
Vereinzelt haben Agenturen für Arbeit bei der Entscheidung über die Gewährung von Kurzarbeit die Frage aufgeworfen, wie insbesondere Kurzarbeit auf Null mit dem zahnärztlichen Versorgungsauftrag in Einklang zu bringen sei und um Argumentationshilfe pro Zahnarzt gebeten.
­Nach Einschätzung der KZBV und der BZÄK kann der vertragszahnärztliche Versorgungsauftrag kein Hindernis für die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld (für Praxismitarbeiter) sein. Denn die Zulassung berechtigt und verpflichtet gem. § 95 Abs. 3 S. 1 SGB V allein den zugelassenen Leistungserbringer zur Teilnahme an der Versorgung. Mithin besteht bereits keine etwaige Präsenzpflicht für Praxismitarbeiter. Hinzu kommt, dass im Falle einer ggf. stark rückläufigen Inanspruchnahme vertragszahnärztlicher Leistungen oder einer landesrechtlichen Beschränkung des Praxisbetriebs auf unaufschiebbare Behandlungen Praxisinhaber den Praxisbetrieb im Zweifel auch ohne Personal aufrecht erhalten können, womit auch aus einer Kurzarbeit Null kein automatischer Rückschluss auf eine Verletzung des Versorgungsauftrags (im Sinne einer unterstellten Praxisschließung) gezogen werden kann. Selbst wenn ein solcher Verstoß vorläge, wäre es nicht Aufgabe der Arbeitsagentur, diesem durch eine Verweigerung des Kurzarbeitergeldes zu begegnen, da beim Kurzarbeitergeld Anspruchsinhaber die Arbeitnehmer und nicht die Arbeitgeber resp. Praxisinhaber sind, welche lediglich den Arbeitsausfall anzeigen müssen.

I­nformationen zur Beschäftigung Schwangerer

­Hinweise für ein generell höheres Infektionsrisiko von SARS-CoV-2 in der Schwangerschaft existieren derzeit nicht, sodass Schwangeren die allgemeinen Maßnahmen zur Infektionsvermeidung zuzüglich der jeweils aktuell gültigen Empfehlungen des Robert Koch- Instituts für die SARS-CoV-2 Prävention empfohlen werden. Jedoch sind die Möglichkeiten einer Behandlung im Falle eines schweren Verlaufs bei Schwangeren eingeschränkt. Geeignete Medikamente und Behandlungsmaßnahmen können beispielsweise nicht genutzt werden, ohne dabei das ungeborene Kind zu gefährden.
Was Sie bei einer Gefährdungsbeurteilung für Ihre Praxis oder einem möglichen Beschäftigungsverbot beachten sollten, ist auf den Faktenblättern der Organisation der Arbeitsschutzverwaltung des Freistaates Sachsen nachzulesen.

Weitere Informationen stellt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zur Verfügung:

Im Praxishandbuch der LZKS finden Sie unter „Arbeitsschutz – Gefährdungsbeurteilung nach § 10 Mutterschutzgesetz“ hilfreiche Vorlagen für Ihre Praxis.

Schließung

Die Zahnarztpraxis kann geschlossen werden vom:

  1. Gesundheitsamt
  2. Gesundheitsministerium
  3. Praxisinhaber

Eine finanzielle Entschädigung ist bei einer Schließung durch den Praxisinhaber aktuell nicht vorgesehen. Die Landesdirektion Sachsen informiert dazu auf ihrer Homepage. Weder die Kassenzahnärztliche Vereinigung noch die Zahnärztekammern sind befugt, Praxisschließungen anzuordnen.
Bei Erkrankung eines Arbeitnehmers/Praxisinhabers kann das Gesundheitsamt als zuständige Behörde weitere Maßnahmen einleiten, z. B. häusliche Quarantäne, berufliches Tätigkeitsverbot, Schließung einer Praxis. Für den entstandenen Verdienstausfall können Entschädigungen bei der Landesdirektion beantragt werden.
Die geänderten Sprechzeiten oder die Schließung der Praxis teilen Sie bitte unter der Angabe der Vertretung schnellstmöglich im Geschäftsbereich Zulassung mit:
E-Mail: zulassung@kzv-sachsen.de
Tel.: 0351 8053-416
Internet: www.zahnaerzte-in-sachsen.de

­Sicherstellung­­

Aufgrund der erteilten Zulassung zur vertragszahnärztlichen Versorgung müssen entsprechend dem Versorgungsauftrag Sprechstunden angeboten werden. Dies gilt derzeit unverändert weiter. Zum Versorgungsauftrag gehört auch, bei eigener Abwesenheit die Patientenversorgung zu regeln, entweder durch einen Vertreter in der eigenen Praxis oder in Absprache mit einer Praxis aus der Nähe (kollegiale Vertretung).
Die Behandlung eines Patienten darf nur in begründeten Fällen abgelehnt werden. Dies ist bei nachweislich infizierten oder unter behördlicher Quarantäne stehenden Patienten der Fall. Lesen Sie dazu mehr unter In der Praxis.

Auftreten eines Krankheitsfalls

Arbeitnehmer sind verpflichtet, den Arbeitgeber unverzüglich über eine eigene Erkrankung oder Krankheits- oder Verdachtsfälle im eigenen Umfeld zu informieren. Als Arbeitgeber ist es sicherlich sinnvoll, Mitarbeiter zur Abklärung des Verdachts bzw. für die Dauer der Inkubationszeit bezahlt von der Arbeitspflicht freistellen.

Versicherung­

Prüfen Sie Ihren Unfallversicherungsschutz und treten Sie gegebenenfalls in die gesetzliche Versicherung ein. Eine Infektion mit dem Coronavirus gilt als Berufskrankheit, wenn sie nachweislich beruflich erworben ist. Ausführliche Informationen zur gesetzlichen Unfallversicherung finden Sie im ZBS 03/2020 auf Seite 21 und in der Broschüre der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

­Auswirkungen auf die Berufsausbil­d­ung­

­­Der Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) hat eine umfangreiche FAQ-Liste zu Auswirkungen von Corona auf die Berufsausbildung zur Verfügung gestellt. Lesen Sie diese hier.­ ­

Links, Downloads, Ansprechpartner

Schreiben der zahnärztlichen K­örperschaften