BuS-Dienst

Pflichten des Arbeitgebers

Die DGUV Vorschrift 2 "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (DGUV: Deutsche Gesetzliche Unfall-Versicherung) bestimmt für die Mitgliedsbetriebe der Berufsgenossenschaft BGW (d.h. Zahnarztpraxen mit mind. einem Mitarbeiter) die Maßnahmen, die der Arbeitgeber zur Erfüllung der sich aus dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) ergebenden Pflichten zu treffen hat. Die DGUV Vorschrift 2 untersetzt die §§ 3 und 6 des ASiG.

Demzufolge muss der Arbeitgeber zwecks Betriebsärztlicher und Sicherheitstechnischer Betreuung (BuS- Betreuung) zu seiner Beratung einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit schriftlich bestellen. Die vertragliche Bestellung eines BuS- Dienstleisters ist für den Arbeitgeber verpflichtend und der Berufgenossenschaft für Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege (BGW) nachzuweisen.

Neben gewerblichen Anbietern steht den zahnärztlichen Praxisinhabern in Sachsen seit 1998 der kammereigene „BuS- Dienst“ als freiwillige Dienstleistung der Landeszahnärztekammer Sachsen (LZKS) zur Verfügung und wird von über 97% der Praxisinhaber in Anspruch genommen.

Es wird ausschließlich die Variante „Grundbetreuung und anlassbezogene Betreuung“ der DGUV Vorschrift 2 umgesetzt. Diese Form gilt nur für Betriebe mit bis zu 10 Vollzeit- Mitarbeitern und umfasst eine Grundbetreuung im Abstand von max. 5 Jahren sowie eine anlassbezogene Betreuung ohne Festschreibung von Mindesteinsatzzeiten.

Größere Praxen mit mehr als 10 Vollzeit- Mitarbeitern können vom BuS- Dienst der LZKS nicht betreut werden.

Der BuS- Dienst der LZKS wird im Rahmen der sog. Grundbetreuung als Betriebsbegehung durch einen Mitarbeiter in der Praxis durchgeführt. Zum Zweck der ganzheitlichen Darstellung der relevanten arbeits- und gesundheitsschutzrechtlichen Vorschriften wird eine Liste in Form eines Fragekataloges mit dem Praxisinhaber durchgesprochen; diese Liste verbleibt als Beratungsprotokoll und Gefährdungsbeurteilung gemäß §5 Arbeitsschutzgesetz in der Praxis.

Der betriebsärztliche Beratungsteil wird durch einen vertraglich gebundenen Betriebsarzt erfüllt. Es erfolgt ein Einbezug des Sachverstandes des Betriebsarztes in geeigneter Form (Anamnesebögen für Beschäftigte, Checkliste der Arbeitgeber zum Thema "Pflichten im Arbeitsschutz") in die Grundbetreuung durch die Sicherheitsingenieure. Nach Auswertung der ausgefüllten Fragebögen/Checklisten durch den Betriebsarzt erfolgt ein Tätigwerden in der Praxis nur bei festgestelltem Handlungsbedarf (sog. Nichtaufsuchende Betreuung).

Bei bestimmten Anlässen kann der Arbeitgeber den BuS- Dienst von sich aus in Anspruch nehmen, z. B. bei der Beratung zu:

  • Planung, Errichtung und Änderung von Arbeitsstätten und Betriebsanlagen,
  • Einführung neuer Arbeitsverfahren oder Arbeitsmittel, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial zur Folge haben,
  • Gestaltung neuer Arbeitsplätze,
  • besonderen Gesundheitsgefahren der Beschäftigten sowie Untersuchung von Unfällen und Berufskrankheiten.

Folgende weitere Leistungen werden angeboten:

  • Durchführung der Validierung/ Teil Leistungsbeurteilung des Aufbereitungsprozesses von Medizinprodukten (incl. thermoelektrischer Prüfung von Desinfektions- und Sterilisationsgeräten),
  • Prüfungsabnahme „Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz“ für Helferinnen gemäß §18a RöV,
  • Beleuchtungsstärkemessung von Behandlungsräumen.

Kontakt

LZK Sachsen
Tel.: 0351 - 806 62 77
Fax: 0351 - 806 62 41
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Stand: 22. September 2017