Soforthilfen

Befristete Senkung der Umsatzsteuersätze

Die Umsatzsteuer wird befristet vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 gesenkt. Der reguläre Steuersatz sinkt dabei von 19 % auf 16 %, der reduzierte Steuersatz von 7 % auf 5 %.
Dies ist Teil des Konjunkturpakets – beschlossen vom Bundeskabinett am 12. Juni 2020. Es beinhaltet ebenso einen Kinderbonus von 300 Euro, steuerliche Erleichterungen bei Abschreibungen für Unternehmen sowie weitreichende Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen.
Die Leistungen einer Zahnarztpraxis sind überwiegend gemäß § 4 Nr. 14 a) UStG umsatzsteuerfrei, wenn die erbrachten Leistungen einen therapeutischen oder diagnostischen Bezug (zahnärztliche Heilbehandlung) haben. Die Befreiung greift nicht für Leistungen ohne therapeutischen Bezug (kosmetische Behandlungen, Bleaching ohne medizinische Indikation).
Soweit Leistungen umsatzsteuerpflichtig sind, kommt der Regelsteuersatz (01.07.-31.12.2020 = 16%) zur Anwendung. Nur zahntechnische Leistungen oder Lieferung/Wiederherstellung von Zahnprothesen unterliegen dem ermäßigten Umsatzsteuersatz (01.07.-31.12.2020 = 5%).­­­­­­­­­­­­­­­­

Hinweis der BZÄK zu Soforthilfen und Abschlagzahlungen­­

Die von Bund und Ländern gewährten Soforthilfen stellen eine finanzielle Überbrückung auch für Freiberufler dar. Regelmäßige Voraussetzung ist allerdings ein eingetretener Liquiditätsengpass. Ein Liquidit­ätsengpass entsteht immer dann, wenn die finanziellen Mittel fehlen, um allen Zahlungsverpflichtungen fristgemäß nachzukommen. Es muss also für die Beantragung der Soforthilfe regelmäßig eine existenzielle Notlage vorliegen. Ende März/Anfang April erfolgte Quartalsabschlagszahlungen sind bei der Beurteilung für einen Liquiditätsengpass nach Auffassung der BZÄK und KZBV auch dann zu berücksichtigen, wenn diese für einen Zeitraum vor der Coronakrise gezahlt worden sind.   

­­­Lesen Sie dazu auch die Handreichung des Landesverbandes der Freien Berufe (LFB) zu den möglichen strafrechtlichen Risiken beim Empfang von Corona-Hilfen.

Umfassende Übersicht über finanzielle Soforthilfen vom Bund und Land Sachsen­­­­

Soforthilfe-Zuschuss Bund

Die „Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige“ kann ebenso von Zahnärzten als Angehörigen der Freie­n Berufe beansprucht werden.

Ziel

Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen, u. a. durch laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u. ä. (auch komplementär zu den Länderprogrammen)

  • Programmvolumen bis zu 50 Mrd. EUR bei maximaler Ausschöpfung von 3 Mio. Selbständigen und Kleinstunternehmen über 3 + 2 Monate

Anspruch haben

Soloselbstständige und Kleinstunternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten, die

  • wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge der Coronakrise haben
  • vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sind (Schadenseintritt nach dem 11. März 2020)

Konditionen

  • bis 9.000 EUR Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 5 Beschäftigten
  • bis 15.000 EUR Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 10 Beschäftigten
  • sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 % reduziert, kann der ggf. nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden
  • Kumulierung mit anderen Beihilfen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, aber auch mit bestehenden deminimis-Beihilfen ist grundsätzlich möglich

­­Rückzahlung

Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden.

Nachgelagerte Prüfung der bewilligten Zuschüsse­
­Ob der Antragsteller die Hilfe tatsächlich nötig hatte, soll nachträglich durch die Bundesregierung geprüft werden. Gegebenenfalls wird der Zuschuss in ein Darlehen umgewandelt.­­­­­­ ­ ­ ­

    Antragstellung

    • Mittelbereitsstellung durch den Bund (Einzelplan 60)
    • Bearbeitung der Anträge, Auszahlung und ggf. Rückforderung der Mittel durch Länder/Kommunen
    • Existenzbedrohung bzw. Liquiditätsengpass bedingt durch die Coronakrise ist nachzuweisen
    • möglichst elektronisch: www.sab.sachsen.de

    "Sachsen hilft sofort"

    Als Freiberufler können niedergelassene sächsische Zahnärzte ab sofort ein zinsloses Liquiditätshilfedarlehen bei der SAB beantragen.

    Antragsberechtigt ist, wessen Praxis

    • maximal einen Jahresumsatz von 1 Mio. EUR erwirtschaftet
    • einen Umsatzrückgang von mindestens 20 % für das laufende Geschäftsjahr aufgrund der Auswirkungen der Coronakrise erwartet
    • per 31. Dezember 2019 wirtschaftlich gesund war

      Konditionen

      • zinsloses Darlehen in Höhe von mind. 5.000 EUR bis max. 50.000 EUR, in Ausnahmefällen auch mehr
      • Laufzeit von bis zu zehn Jahren, davon die ersten drei Jahre tilgungsfrei, danach sind Sondertilgungen jederzeit möglich
      • Höhe der Zuwendung orientiert sich am Liquiditätsbedarf (weiterlaufende Betriebsausgaben) für zunächst vier Monate
      Wer bei der SAB finanzielle Unterstützung aus dem Programm »Sachsen hilft sofort« beantragt, dem entsteht kein Nachteil. Wer zusätzliche Hilfen vom Bund erhält, kann das bereits aufgenommene Darlehen des Freistaates Sachsen damit zurückzahlen.­

        Beantragung

        • schriftlich oder elektronisch bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB), Pirnaische Straße 9, 01069 Dresden
        • Bewilligung funktioniert ohne Hausbank, sodass Darlehen schnell und flexibel verfügbar ist
        • Sicherheiten müssen nicht nachgewiesen werden
        • ­Formulare

        Einzelheiten und weitere wichtige Informationen
        Website der SAB
        Beratungs-Hotline: 0351 4910-1100

        Weitere Hilfen ­

        ­­Förderung von Ausbildungsverhältnissen

        ­ ­Ausbildende Zahnarztpraxen, die von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind, erhalten vom Freistaat Sachsen einen Zuschuss in Höhe des 1,5-fachen Monatslohns des Auszubildenden. Diese Zuwendung wird für den Zeitraum gewährt, in dem für den Auszubildenden kein Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, der Auszubildende gegenüber seinem Ausbildungsbetrieb aber einen Anspruch auf Zahlung der Ausbildungsvergütung für 6 Wochen (also 1,5 Monate) hat.

        Ausbildungsbetriebe mit Hauptsitz oder rechtlich selbstständiger Niederlassung im Freistaat Sachsen und maximal 250 Mitarbeitern sind anspruchsberechtigt und müssen die Hilfen bis 30. Juni 2020 beantragen.­
        Weitere Informationen sowie die Antragsunterlagen finden Sie auf den Seiten der Landesdirektion Sachsen.
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        Steuerliche Entlastungen

        Unternehmen jeder Größe, Selbständige und Freiberufler erhalten steuerliche Hilfen, um ihre Liquidität zu verbessern. Für unmittelbar vom Coronavirus betroffene Unternehmen gilt bis Ende 2020:

        • Finanzbehörden gewähren Stundungen von Steuerschulden.
        • Steuervorauszahlungen können angepasst werden.
        • Auf Vollstreckungsmaßnahmen wird verzichtet.
        Informieren Sie sich beim Bundesfinanzministerium und bei der Sächsischen Staatsregierung.

        ­Beitragsstundungen der Sozialversicherungsbeiträge

        ­Die Beiträge zur Sozialversicherung können gestundet werden. Dies ist grundsätzlich jedoch nur dann möglich, wenn alle anderen Maßnahmen aus den verschiedenen Hilfspaketen und Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung ausgeschöpft sind.
        Der Antrag ist vom Arbeitsgeber formlos an die jeweilige/n Krankenkasse/n zu richten. Nähere Informationen lesen Sie hier.­­

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        Kontakt

        LZK Sachsen
        Tel.: 0351 - 806 62 62
        Fax: 0351 - 806 62 41
        Schreiben Sie eine E-Mail

        KZV Sachsen

        Tel.: 0351 80530
        Fax: 0351 8053-621
        Schreiben Sie eine E-Mail

        Stand: 23. Juni 2020