Kompendium

Begriffe für den Buchstaben Kompendium (I)

ICD-10

Mit der gesetzlichen Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) für gesetzlich krankenversicherte Personen und deren Umsetzung zum 1. Oktober 2021 ändert sich auch das Verfahren bei der Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen in der vertragszahnärztlichen Versorgung. Zukünftig ist die Angabe einer AU-begründenden Diagnose im Rahmen der Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Form einer Kodierung nach der aktuell gültigen International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems -German Modification (ICD-10 GM) vorzunehmen.

Um die Überleitung vom bisher verwendeten Freitext in die ICD-Kodierung so einfach wie möglich zu gestalten, werden die meisten Praxisverwaltungssysteme Lösungen anbieten. Zusätzlich hat die KZBV nachfolgende Arbeitshilfen erstellt.

Praxishilfe ICD-10 GM
Die Praxishilfe gibt eine Übersicht über die wichtigsten Regeln bei der Kodierung von AU-begründenden Diagnosen in der vertragszahnärztlichen Versorgung.
Kompakt und schnell soll sie im Praxisalltag bei der Kodierung von Diagnosen nach der ICD-10 GM als Unterstützung dienen.


Überleitungen häufiger Freitextdiagnosen in ICD-10 GM
Diese Übersicht beinhaltet die häufigsten Themenfelder im Bereich der Freitextdiagnosen und übersetzt diese beispielhaft in mögliche ICD-10-Kodes.

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Implantologiegutachten

Das Gutachten prüft, ob gemäß § 28 Abs. 2 Satz 9 SGB V die Voraussetzungen für eine Übernahme der Kosten implantologischer Leistungen durch die Krankenkasse erfüllt sind. Die Leistungen müssen im Rahmen einer medizinischen Gesamtbehandlung geplant sein.

Hauptaufgabe des Gutachters ist es festzustellen, ob bei dem Patienten eine der in Abschnitt VII Nr. 2 der Behandlungsrichtlinien des G-BA aufgeführten Ausnahmeindikationen für die Versorgung mit Implantaten besteht. Eine Leistungspflicht der Krankenkassen kommt demnach nur in Betracht, wenn einer der folgenden besonders schweren Fälle vorliegt:

a) bei größeren Kiefer- oder Gesichtsdefekten, die ihre Ursachein Tumoroperationen,

  • in Entzündungen des Kiefers,
  • in Operationen infolge von großen Zysten (z. B. große follikuläre Zysten oder Keratozysten),
  • in Operationen infolge von Osteopathien, sofern keine Kontraindikation für eine Implantatversorgung vorliegt,
  • in angeborenen Fehlbildungen des Kiefers (Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten) oder
  • in Unfällen haben,

b) bei dauerhaft bestehender extremer Xerostomie, insbesondere im Rahmen einer Tumorbehandlung,

c) bei generalisierter genetischer Nichtanlage von Zähnen,

d) bei nicht willentlich beeinflussbaren muskulären Fehlfunktionen im Mund- und Gesichtsbereich (z. B. Spastiken).

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Individueller Fallwert (IFW)

Der individuelle Fallwert (IFW) je Kassenart bzw. Krankenkasse wird aus den quartalsgleichen Zeiträumen des Vorjahres ermittelt und ergibt sich aus der Summe nach § 1 Abs. 5 HVM je Vertragszahnarztsitz abgerechneten Leistungen, dividiert durch die Fallzahl.

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Individuelles Fallwertkontingent (IFK)

Das individuelle Fallwertkontingent (IFK) je Vertragszahnarztsitz wird durch die Multiplikation des individuellen Fallwertes (IFW) mit der im jeweiligen laufenden Quartal je Kassenart bzw. Krankenkasse abgerechneten Fallzahl ermittelt.

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Informationszentrum Zahngesundheit (IZZ)

Das Informationszentrum Zahngesundheit (IZZ) bündelt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Zahnärzte in Sachsen. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Landeszahnärztekammer Sachsen (LZKS) und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen (KZVS). In regelmäßigen Abständen werden vom IZZ Pressemitteilungen herausgegeben.

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Insolvenz

Eine Insolvenz des Zahnarztes ist die Tatsache, dass er seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber Gläubigern nicht erfüllen kann. Sie ist gekennzeichnet durch mangelnde Liquidität. Mit Hilfe eines Insolvenzverfahrens können die Forderungen der Gläubiger durch Verwertung des pfändbaren Vermögens des Schuldners, der so genannten Insolvenzmasse, erfüllt werden. 

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IT-Sicherheitsrichtlinie

Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) hat der Gesetzgeber die KZBV und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) be­auftragt, die IT-Sicherheitsanforderungen für Zahnarzt- und Arztpraxen verbindlich in einer IT-Sicherheitsrichtlinie festzulegen.

Ziel ist es, Gesundheitsdaten in den Praxen künftig noch besser zu schützen. Für Praxen, die bislang schon geltende Vorgaben beachten, dürfte der messbare Aufwand zur Erfüllung der Anforderung der Richtlinie vergleichsweise gering sein. Dabei werden die Anforderungen gezielt auf die jeweilige Praxisgröße ausgerichtet und definieren besonders relevante sicherheitstechnische Voraussetzungen für Aufbau und Betrieb der Praxis-EDV, den inzwischen obligatorischen Anschluss an die Telematikinfrastruktur sowie den Einsatz mobiler Anwendungen und Geräte wie Smartphones und Tablets.

Die neuen Regelungen sind am 2. Februar 2021 in Kraft getreten, die Umsetzungstermine der verschiedenen Maßnahmen sind gestaffelt, beginnend mit dem 1. April 2021. Die KZBV hat umfangreiches Informationsmaterial auf ihrer Website zur Verfügung gestellt.

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